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Full text of "Die krönung der abendländischen kaiser von Karl dem Groszen bis Otto den Groszen [microform].."

MÄSTER 
NEGATIVE 



NO 



93-81703-3 



MICROFILMED 1993 
COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES/NEW YORK 



as part of the 
"Foundations of Western Civilization Preservation Project" 



Funded by the 
NATIONAL ENDOWMENT FOR THE HUMANITIES 



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would involve violation of the Copyright law. 



AUTHOR: 



DEUSSEN 



WILHELM 



TITLE: 



DIE KRÖNUNG DER 
ABENDLANDISCHEN 
KAISER . . . 



PLACE: 



LINZ 3. . RH 



DATE: 



1885 



T 



COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES 
PRESERVATION DEPARTMENT 

BIBLIOGRAPHIC MICROFORM TARHFT 



Master Negative # 



Original Material as Filmed - Existing Bibliographie Record 



9U3*02 
DU88 



Deussen^ \AIhelm 

Die kronung der abendländischen kaiser 'von 
Karl dem Oroszen bis Otto den Qroszen..« Linz 
a* Rh», OelpertLch, 1885» 

13 p» 25 cm. 

K« Progymnasium zu linz am Rhein» Programm. 



Restrlclions on Use: 



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FILM SlZE'.__%6_J^^^yv} 
IMAGE PLACEMENT: iIA 
DATE FILMED: «/^-t 




TECHNICAL MICROFORM DATA 

REDUCTION RATIO: JjL^. 



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INITIALS 



nLMEDBY: RESEARCH PUBLICATIONS. INC WOODBRIDGE. CT 



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1100 Wayne Avenue. Suite 1100. 
Silver Spring. Maryland 20910 

301/587-8202 








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BY fiPPLIED IMfiGE. INC. 




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Königlich Progymoasiam m Um am ßto. 

Schuljahr 1884—85. 



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mit welchem zu der am 



31. März 1885 stattfindenden 



öffetitliclieii Prüfung und ScHussfeier 



ergebenst einladet 
der Rektoratsverweser 

Oberlehrer Georg Bailas. 



Inhalt : 



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2) Schuinachrichten. 






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Die Krönung 
f^er alendländisclien Kaiser von Karl dem Groszen 

Us Otto den (rroszen. 



Vor sechs Jahren habe ich in einer Dissertation die päpstliche Approbation der deutschen 
Königs wähl behandelt. Bei dieser Untersuchung zeigte sich deutUch, in wie inniger Beziehung diese 
Wahl zu der Kaiserkrönung stand. Es möge daher hier ein kurzer Ueberblick gestattet sein. 

In der Zeit von Otto dem Groszen bis Heinrich IV. entwickelte sich das Kaisertum zu immer 
grosserer Macht. Die dem Oberhaupte widerstrebende Herzogsgewalt wurde gebrochen, die Herr- 
ihaft über Italien befestigt und das Reich weithin nach Osten über die slavischen Gebiete hin aus- 
jedehnt Was aber von entscheidender Bedeutung zu werden versprach, war, dasz Deutschland sich 
tuf dem besten Wege befand, aus einem Wahlreiche ein Erbreich zu werden. Da starb Heinrich IE. 
iu der Blüte seiner Jahre. Ihm folgte sein schon zum Nachfolger gewählter Sohn gleichen Namens, 
der aber erst 6 Jahre alt war. Unter der vormundschaftlichen Regierung hob sich die Macht der 
Fürsten wieder, das Ansehen des Herrschers sank. Schlimmer aber wurde es noch, als Heinrich 
endhch selbst die Regierung übernahm. Durch seinen unseligen Kampf mit den Sachsen und mit 
Jem Papste brachte er es dahin, dasz nur sein Gang nach Canossa ihn vor der Absetzung bewahrte 
und dasz bald darauf doch ein Gegenkönig aufgestellt wurde. Den Fürsten war ihr WaMrecht 
eder lebhaft ins Bewusztsein getreten. Später blühte die monarchische Gewalt unter den Staufem 
on neuem auf, so dasz Heinrich VI. wieder mit dem Plane hervortrat, das Wahbecht der Fürsten 
-• beseitigen. Ein frühzeitiger Tod vereitelte das Gelingen und diesmal für immer. Die I|oPP®l-| 
ihl von 1198, der daran sich anschlieszende Thronstreit, dann später die Wirren unter Friedrich H.,^ 
^ schUeszlich ein Interregnum herbeifahrten, alles hob auf Kosten des Herrschers das Ansehen ^d^^^'. 
e Macht der Reichsfürsten, von denen bald einige den Titel Kurfürst n annahmen, ein Beweis, wie 
; ' ' ^as Wahlrecht gehalten wurde. 

Jj[5nnen wir somit ein Steigen der königlichen Macht von Otto dem Grossen bis Heinrich IH., 
;a ein nur noch einmal unterbrochenes Sinken derselben verfolgen, so geht das Papsttum den 
iehrten Weg. Otto der Grosse fand den Papst bedrängt von den itaüenischen Grossen, als 
pielball der jeweiligen Machthaber. Als sein Befreier stand er ihm nun naturgemäsB über- 



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mächtig gegenüber. In diesem Yerhältnis änderte sich nichts bis auf Heinrich lV*j ^6 in dem 
gewaltigen Kampfe ein Gregor YII. dem päpstlichen Stuhle Unabhängigkeit zu erringen wuszte. 
Von jetit an stieg die päpstliche Macht in einem fort, und zur Zeit als Walter von der Vogel- 
weide klagte: 

so w^ dir, tiuschiu zunge, 

wie stet dfn ordenunge, 

daz nu die muck ir künec hat 

und daz dfn ^re also zergät, 
sasz auf dem Stuhle Petri Innocenz III., der mächtigste Papst des ganzen Mittelalters. 

Die Frage der päpstlichen Approbation der deutschen Königswahl richtete sich nach der Lage, 
welche die kaiserliche und päpstliche Macht zu einander einnahmen ; sie beruhte auf der Kaiser- 
kronung. Entscheidend war hierbei die Anschauung, dasz man nur durch die Krönung des Papstes 
Kaiser werden könne. Ottos des Groszen erste Nachfolger wurden bei ihrer überwiegenden Macht 
vom Papste ungehindert gekrönt, zumal da auch keinerlei Zwiespalt zwischen weltlicher und geist- 
licher Macht bestand. Als der Papst freier und unabhängiger geworden, muszte man ihm freundlich 
entgegenkommen, damit er die Krönung vornehme. Es ist daher gar nicht auffallend, wenn nach 
Heinrich IV. die zum König Erwählten ihre Wahl anzeigten, wie dies auch der stark und eifer- 
süchtig auf seine Rechte pochende Friedrich I. that In dem Thronstreite zwischen Otto IV. und 
Philipp von Schwaben wandten sich beide sofort an den Papst, um die Wahl anzuzeigen und um 
die Kaiserkrone zu bitten. Wem sollte Innocenz sie verleihen? Er hatte die Entscheidung in der 
Hand, da keiner der Bewerber ihn zu zwingen in der Lage war. Philipp wollte er um jeden Preis 
ausschlieszen, da er, „ein ächter Sohn jenes Geschlechtes der Verfolgrer", früher in Italien feindlich 
gegen die Kirche aufgetreten war und zudem mit seiner Erhebung eine Vereinigung Siciliens mit 
Deutschland zu befurchten stand. Otto, der sehr demütig entgegenkam, erhielt aber auch erst 1201 
die Zusage der Kaiserkrone. Warum nicht eher? Eben weil der Thronstreit in Deutschland noch 
nicht entschieden war, damals aber von Otto günstige Erfolge berichtet wurden. Innocenz muszte vor- 
sichtig sein, weil er eine spätere Rache des Zurückgesetzten erwarten konnte, wenn dieser erst in Deutsch- 
land obgesiegt hatte. Interessant ist nun die Ansicht, welche Innocenz in zahlreichen Schreiben über seine 
Befugnisse in der Sache darlegt. In Kürze darüber folgendes: „Wir die Päpste haben das Kaisertum 
von den Griechen auf die Deutschen ^) übertragen und zwar zu unserm Schutze. Daher besitzen 
wir das Recht, zu untersuchen, ob der Bewerber würdig und geeignet ist Fällt die Untersuchung 
zu Ungunsten aus, so wird der Betreffende verworfen. Dann aber ist auch seine Wahl zum Konig 
ungültig. 2) Von derselben Ansicht gehen auch die folgenden Päpste aus, während die Konige die- 
selbe entweder offen bestritten oder nur insoweit gelten lieszen, als es ihnen zweckdienlich schien. 
Scharf zugespitzt ist die Sache unter Ludwig dem Baier, dem Johann XXII. jede Regierungshandlung 
unter Strafe des Bannes untersagt, so lange er nicht von ihm approbiert sei. 

Hiemach kann es scheinen, als ob die Päpste das Kaisertum verliehen als eine Gunst Das 



1) Nach Karl III. sind auch Nichideuische zu Kaisern gekrönt worden. 

2) Innocentü III. registmm de negotio Imperii (in Inn. III. Epp. ed. Baloz. T. II, p. 687—764) n. 29. Intereet 
i^oetolicae sedis diligenter et pmdenter de imperii Romani proTisione traotare, cum imperinm noscatnr ad eam principaliter 
ei finaliter pertinere; principaliter com per ipsam et propter ipsam de Qraecia sit translatam, per ipsam translationis 
aetrieem, propter ipsam melius defendendam; finaliter, quoniam Imperator a summo PontifSce finalem sire ultimam manu 
impoeitionem promotionis proprio aceipit, dum ab eo benedicitur, coronatur, et de imperio inTeetitar. Vgl. n. 2. 21. 83. 
39. 55. 56. 58. 59. 62 etc. 



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Recht daaii wurde gestützt mit der Behauptung, dasz der Papst das Kaisertum vom Osten auf den 
Westen übertragen. Ist denn wirklich das Ereignis, welches am Weihnachtsfest 800 zu Rom statt 
hatte, so aufzufassen? Wie stellen sich Karl und seine nächsten Nachfolger zu demselben? Glauben 
auch sie, wie die Herrscher nach Otto dem Groszen, dasz man nur durch die Krönung des Papstes 
zur kaiserlichen Würde gelangen könne? Dies zu untersuchen ist Zweck folgender Abhandlung. 
Nach den zum Teil dürftigen Quellen soll eine kurze Darstellung der Begebenheiten gegeben werden, 
dann an zweiter Stelle unter Zuziehung der neueren Ansichten das Ganze kritisch beleuchtet werden. 
Allgemein bfikannte Thatsachen mit Quellen zu belegen, hielt ich für überflüszig. Im übrigen aber 
wird die Arbeit jedenfalls Nachsicht finden müssen. 

Am 25. April 799 wurde Papst Leo IE. in Rom von Aufständischen bei Gelegenheit einer 
öffentlichen Prozession überfallen, miszhandelt und in den Kerker geworfen. Aus diesem wuszte er zu 
entkommen, und er eilte zu Karl dem Groszen, der als Patricius die Pflicht hatte, ihn zu schützen. 
Er traf ihn in Paderborn, wo er ehrenvoll empfangen wurde. Unter fränkischem Schutze wurde er 
dann nach Rom zurückgeführt und in seine Ehren wieder eingesetzt, obwohl seine Gegner schwere 
Anklagen gegen ihn beim König erhoben hatten. Karl, der schon vor Leos Ankunft einen Zug 
nach Rom geplant hatte, i) brach im August des Jahres 800 dahin auf. Der Papst kam ihm mit 
den Yomehmen der Stadt bis Nomentum entgegen imd empfing ihn voll Demut und Ehrfurcht 
Am 24. November hielt der König seinen Einzug in Rom. Sieben Tage nachher wurde in der 
Peterskirche eine grosze öffentliche Synode eröffnet, damit namentlich die Sache des Papstes ent- 
schieden vrürde. Dieser reinigte sich durch einen feierlichen Eid von den gegen ihn erhobenen 
Beschuldigungen. 

Am Weihnachtsfeste wohnte Karl einer feierlichen Messe in St. Peter bei. Yor dem Altare 
kniete er, um zu beten. Als er sich erhob, setzte ihm der Papst eine goldene Krone auf, wobei 
die Römer Jubelnd riefen: „Karl, dem Augustus, dem von Gott gekrönten groszen und frieden- 
bringenden Kaiser der Römer Leben und Sieg!'' 

Karl nannte sich seitdem Kaiser, während er den Titel Patricius nicht mehr führte. 806 teilte 
er sein Reich unter seine Söhne; vom Kaisertum war dabei nicht die Rede. Er sollte aber alle 
Söhne überleben mit Ausnahme seines jüngsten Sohnes Ludwig des Frommen. 813 setzte der 
alte Kaiser diesen feierlich als seinen Nachfolger ein. Es wurde ein allgemeiner Reichstag nach 
Aachen berufen. Auf diesem frug Karl alle, ob sie damit einverstanden wären, dasz er seinen Sohn 
zum Mitkaiser und Nachfolger ernannte. Alle begrüszten den Vorschlag als eine Eingebung Gottes. 

An einem Sonntage darauf war feierliche Versammlung in der Marienkirche, auf dem Altare 
stand eine Krone. Karl hielt in feierlicher Ansprache seinem Sohne die Pflichten seiner künftigen 
Stellung vor und frug ihn, ob er sie erfüllen wolle. Als Ludwig es mit einem Eid bekräftigte, 
befahl Karl ihm, die Krone sich selbst aufzusetzen. 2) Alle Anwesenden jubelten Beifall und riefen: 
^Eb lebe Kaiser Ludwig!^ 

Ludwig hiesz jetzt also Kaiser und zählte auch die Jahre seiner kaiserlichen Regierung von 
diesem Zeitpunkte oder vom Todestage seines Vaters an. 3) 



bimson, Jahrbücher des fränkischen Reiches unter Karl dem Groszen S. 174 C 
^ Nach anderer Nachricht setzte Karl Uim die Krone aut 
)) Jacobs, das Jahr 813 n. Chr., S. 32. 






Vom Papste ist bei der ganzen Sache nicht die Rede. >) Es ist möglich, d»s« ^eser durch 
den yliang S Verletzt gei hat Wenigstens scheint Leo ^^ » J^ 3 ^ LL^^IS^ 
T«hPnB Leen den fränkischen Hof verstimmt gewesen zu sem. Er starb 816. Sern JNachfolger 
JÜ t' machte sth bald nach seiner Consecration auf, Kaiser Ludwig zu besuchen, und traf 
Ärmit' dmselben bei Reim, zusammen. Der Empfang war ein äuszerst ehrenvoller. Ludw^f 
!lt Z sIr « vor dem Papste zu Boden. Einige Tage darauf, an einem Sonntage, voUzog 
StepharTn der ehrwürdigen Marienkirche in Reims die feierüche Krönung des Kaisers. Er we.hte 
t'zl hat durch Han/auflegung, salbte ihn») und setzte ihm eine prächtige ^one^f d... 
tTu Rom eigens mitgebracht hatte. Auch die Kaiserin Irmingard ward geweiht und gekrönt. Eine 
ILe^g In der lählung der Jahre seines Kaisertums nahm Ludwig nicht vor. Auch d.e Papste 
selbst rechnen sie vom 28. Januar 814 an. , ,. . ^. • 

Im Jahre 817 nahm Ludwig eine Teilung seines Reiches vor. Wie 8ia wurde auch jetzt eine 
Reich Versammlung anberaumt; hier schlug der Kaiser vor, er woUe Lothar zu semem M.tb« er 
r™eren lls alle zugestimmt hatten, wurde Lothar unter Beistimmung des ganzen Volkes m.t dem 
E'uadem getrönTund zum Mitkaiser und Nachfolger erhoben. Die Feierlichkeit war ganz gl^ch 
irvt sTs^Die päpstliche Kanzlei rechnet die Kaiserregierung Lothars von 817 an Lothar 
selbsWechnet sie von 820, später von 840 an. *) Zugleich wurde den beiden jüngeren Söhnen d.e 
Kölwi bSge^egt mit dl Bestimmung, dasz sie nach dem Tode des Vate« -ter der Ober- 
Sre Bruders herrschen sollten. Die wichtigsten Teile des Reichs, 7";^^-' «;*f J^fj 
822 wird Lothar nach Italien gesandt, um die seit der Empörung Bernhards -«™"«'«^ R^fJ" 
verhäMsse zu ordnen. Er bl^b bis ins folgende Jahr hinein. Als er sich bereits zur Ruckkehr 
i; S rr Z^^er von Papst Paschaüs nach Rom eingeladen. Hier ward er am Ostertage m 
St Pe «Uweiht und gekrönt und empfing den Namen eines Kaisers und Augustus. >) Spater ennner^ 
Lothaefnen Vater daran, dasz er das Schwert zum Schutze der Kirche und des Reichs vom Papst 
^rXn habe. Lothar^ Sohn Ludwig IL wurde 844 vom P«P;t »er^- T/sTsalt 
Longobarden mit heiligem Oele gesalbt und mit dem Schwerte umgurtet Am 6 Apnl 850 salbte 
ihn Papst Leo IV. zum römischen Kaiser. Am Pfingstfeste des Jahres 872 hesz er sich von 
Hadrian H. nochmals krönen. «) Ludwig II. starb am 12. August 875 Noch vor semem Tode 
harten sei^e beiden Oheime Karl der Kahle und Ludwig der Deutsche, eme Unterredung über 
S Erbflge im Kaisertum, konnten sich aber nicht einigen. Sofort wie der Tod bekannt wurd^ 
Tchickte Papst Johannes VHI. Boten an Karl, ihn nach Rom einzuladen; rasch en scUossen hatte 
Se rsich schon vorher, (ehe er diese Einladung erhalten) dahin aufgemacht^^Ludw.g der Deutsche 
Ste seinen ältesten Sohn Karl, dami Karlmann nach Italien, ihm den Weg zu verlegen. Da 
Se nichts ausrichteten, wollte er in seines Bruders Reich einfallen. Da versammelte der Paps zu 
Rom eine Synode und sandte mit deren Zustimmung Schreiben an Ludwig und seme Anhanger, m 

.)J«,obs, S. 30: „Bei ««« üebertragung ist nur von K.,1 dl« Kede, und dieser leitete «.ine Oew.lt unmittelb« 

Ton Gott, von Christus, nicht vom Papste her." , a o „j «sa »nm 1 

2-) SimsoD, Jahrbücher des fränkischen Reichs unter Ludwig dem Frommen I, 3. 9 ""Vnt „ o„.np„ «-heint 
») Die Salbung erwähnen blosz Thegan. und Ermold. v. 447. Aus dem Schweden der übngen QueUen «>he.nt 
heTTorTOgehen, dasz man sie för nebensächlich hielt. 

€i Er war bei seines Vaters Lebzeiten diesem noch ganz untergeordnet ^ . ,. , , a u.,.-* -«^l, 

? eL ann.: Imperatoris atque Augusti nomen accepit ,Es i.t durchaus wahr^heinhch dasz <1-J»P«* «^ 

eine sib^g des jungen Kaisers Torrahm, wie dies bei der Kaiserkronung Karl's des Gro.xen ebenfalls geschehen sem 

soll* Simson Ludwig der Fromme 192, Anm. 8. t o ^,« * o;i 

t) Vgl dazu DQmmler Geschichte des ostfränkishen Reichs I, 8. 779, Anm. iö. 



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1 1 



welchen er sie kraft apostolischer Autorität aufforderte nicht in Karls Gebiet einzufallen, bevor er 
(der Papst) den Streit geschlichtet habe. Man sieht, eine wie mächtige Stellung die Päpste seit 
Karl dem Groszen gewonnen hatten. Ludwig der Deutsche machte trotzdem einen Einfall in West- 
franken, erzielte aber dadurch nicht, Karl den Kahlen zum Rückzug zu bringen. Am 17. Dezember 
hielt dieser seinen feierlichen Einzug in Rom, vom Papst äuszerst ehrenvoll empfangen, und wurde 
am Weihnachtstage in der Peterskirche feierlich gesalbt und gekrönt Karl gab (aus Dankbarkeit) 
so reiche Geschenke, dasz in deutschen Quellen behauptet wurde, er habe die Krone gekauft. Er 
selbst bekannte, dasz er die Kaiserkrone lediglich der päpstlichen Berufung und Wahl verdankte. *) 
Auf einer Versammlung der italienischen Groszen, die Karl der Kahle nach Pavia berief, wurde die 
päpstliche Krönung bestätigt, (Karl also als Konig der Longobarden anerkannt.) Ebenso wurde im 
westfränkischen Reiche am 21. Juni 876 auf der Synode zu Ponthion Karls Kaiserwurde bestätigt. 
1% Ludwig der Deutsche richtete einen Brief an den Papst, in welchem er sein Anrecht auf einen Teil 
des italienischen Erbes darlegte. Vom Kaisertum scheint er nicht gesprochen zu haben. 

Kurz nachher starb Ludwig der Deutsche und hinterliesz sein Reich seinen drei Söhnen Karl- 
mann, Karl und Ludwig. 

Karl der Kahle überlebte seinen Bruder nicht lange. Im September 877 traf er mit Johannes YIIL 
in Pavia zusammen. Da kam die Nachricht, dasz Karlmann mit einem Heere über die Alpen gerückt 
sei. Zugleich bildete sich eine Verschwörung vieler Getreuen, unter denen auch Karls Schwager 
Boso war. Daher eilte der Papst gen Rom, Karl zurück. Auf dem Rückzuge starb er am 
6. October 877. Sein Sohn Ludwig der Stammler wurde von Hinkmxr von Reims zum König des 
westfränkischen Reichs geweiht und gekrönt. Karlmann eilte weiter nach Pavia, wo er die Huldigung 
als König von Italien empfing. Dann schrieb er an den Papst, mellete, dasz Karl gestorben und 
er zur Krönung nach Rom kommen werde. Der Papst antwortete, er würde ihm die Bedingungen 
zuschicken, die er ihm und der Kirche zugestehen müsse. 2) Der Papst war um diese Zeit von den 
Sarazenen und von den Herzögen von Spoleto bedrängt. Lambert von Spoleto besetzte Rom, wobei 
er im Auftrage Karlmanns zu handeln vorgab. Kaum befreit, schiffte Johann VHI. sich zum oben- 
genannten Grafen Boso von der Provence ein und reiste dann weiter nach Troyes, wo er eine 
Synode abhielt, zu der er die 4 Prankenkönige einlud, die deutschen Könige zeigten aber keine Lust. 
Nach Schlusz der Synode kehrte der Papst, von Boso geleitet, nach Italien zurück. Diesen hatte 
er adoptiert mit der Absicht, ihm zur Herrschaft über Italien und zur Kaiserwürde zu verhelfen. In 
Pavia wollte er eine neue Synode abhalten, auf welcher offenbar Boso anerkannt werden sollte. Die 
er erwartet, erschienen nicht, weil sie Karlmann treu bleiben wollten. Boso kehrte zurück. Ludwig 
der Stammler starb kurze Zeit darauf. Zum 1. Mai 879 lud Johannes VHI. die italienischen 
Bischöfe zu einer Synode nach Rom ein. In dem Schreiben an den Erzbischof von Mailand 
heiszt es: „Und weil Karlmann, wie wir vernommen, von schwerer Krankheit ergriffen, das Reich 
nicht mehr zu behaupten vermag, so ist es sehr nötig, dasz Ihr zu der angegebenen Zeit 
zugegen seid, damit wir alle insgesamt die Wahl eines neuen Königs in Erwägung ziehen; und 
deshalb dürft Ihr ohne unsere Zustimmung niemand als König aufnehmen. Denn der, welcher von 

J) Vgl. Pertz, Monumenta Oermaniae historica, Leg. I, 528 sq. 

*) Legatos ex latere nostro ad tos solemniter dirigemus, cumque pagina capitulariter continente ea, quae tos matri 
Testrae Romanae ecciesiae, Tostroque protectori beato Petro apostolo perpetualiter debetis concedere. Quibus peractis 
demum rursus ordinabiliier et honorifice nüttemus, qni tos cum tota decentia, utpote tantum regem ad limina apostolonm 
ductare stadeant etc. Mansi, XVII, 53. 






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8 



uns zur Kaiserwürde geweiht werden soll, musz auch von uns zuerst und hauptsächlich berufen 

und erwählt werden.** i) 

Dieser Auffassung traten aber sowohl die Frankenkönige, die ItaUen ohne weiteres als ihr Erbe 
uiesei Aunassuug i ^kt-v,^ „:„ut ainp Vorbedineung des Besitzes erblickten, 

und Zustimmung einen Reichstag zu halten. 

Da Boso weder die Macht hatte, in Italien sich Anerkennung zu verschaffen noch wegen des 
Todes Ludig Ts Stammlers Zeit, sich aus seinem Lande zu entfernen, wandte Johannes VIE B.ch 
an Karl dln jüngsten Sohn Ludwig des Deutschen, und munterte ihn auf, baldigst Gesandte zu 
iSen St denen er über die Erhöhung der römischen Kirche, über die Rettung des Landes und 
ütr rj ihm zu erteilende Ehre beraten und beschlieszen könnte. Karl säumte Da ersch.en von 
isen Brude, Ludwig ein Gesandter in Rom, Versicherung der Ergebenheit zu uberbnngen. Sofort 
itd ihnl^h nnes, d^n es darun, zu thun war, Hülfe zu erhalten, 3) nach Rom e--.Wenn.hr, 
a^e er in dem kiefe, unter Gottes Beistand das römische Kaisertum gewmnt werden «»« Kon^ 
rSe Euch untergeb«; sein-) Aber Karlmann hatte seinem Bruder Karl ni. -- «e '.te auf 
Mlien abgetreten. Dieser erschien Ende October 879 in Italien und ward überall ane kannt. Dem 
Pa r hatte er seine Reise angezeigt und ihn nach Pavia eingeladen. Als jener -h^ ^am, enet 
Karl einen allgemeinen italienischen Reichstag nach Ravenna, wo Johannes VIIL ^'rk>'«'> erschien. 
Hier empfind der jm,ge Herrscher von den versan.melteu italienischen Groszen den E.d der Treue, 
w^soZ König geworden ohne den Papst. Nach Rom zur Kaiserkrönung zu gehen^^ zögerte er 
TeMchT deshalb', weil er vorher die Einwilligung seines Bruders Ludwig haben wollte ») Johannes 
TcLieb ihm Anfing 880, er hätte ihn längst zur Kaiserkrönung emgeladen. Er möge nun bald 
Ge^^dt schtcken, die ihm versichern sollten, dasz er bei seiner Ankunft bereit se.n werde gleich 
seZ"ren die Privilegien der römischen Kirche und den mit ihr geschlossenen Vertrag zu 
ireuern und zu bekräftigen«) Karl aber kehrte vorläufig nach Deutschland zurück. Ende 880 
g Ka™ Wer über die' Alpen. Dem Papst meldete er seine baldige Ankunft. D.eser, bestürzt 
weil er noch keine Bürgschaft erhalten hatte, schreibt dem Könige, er solle es »'cht wagen eher 
das Gebie des heiligenVetrus zu betreten, als bis seine Legaten, die - "•* VoUmacht an .hn g^ 
schickt, zu ihm zurückgekehrt wären, um alles zu berichten, und er (der Kon.g) andere an ihn 

.) Et quia Ca rolom»nnus corporis, sicut »udiWmu», incoa.modit.te gravatus, regaum retinere iam nequit «t de noji 

felectionel rli omnea pariter co»ideremas, tob praedict« ades»e tempori valdo opportet: et .deo ante« nullum absque 
1"!:^ regen. lebetis recipere. Kam ip.e, ,ni a nobis est ordinandua in in.peri.m, a «ob.s pnmu«, atque 
pOiiasimam debet esse vocatus atque electus. Mans., XVII, lOS. 

% Q^ter^VlL (Bischof Wibbordns) innotescimns dilectioni, quoniam a«idna et snpra modum gravi Paganonun 
intestatione gravati, cninslibet regis iam cnpissemus habere solatium. Mansi, XVII, 121. 

% Quoniam Bi, Deo favente, Romanum sumpseriHs imperium. omnia Tobis regna .«b.ecU ex^tent. Mans. XYII, 134. 

S rC fain^Lpore VOB . . «1 culmen imperii, Deo propiüo, Tolentes pcrducere . . ..ca.im«. . . ü^. 
obnixe preeamTutTobU dLgati. Luithbardnm . . qni antcquam tob ha. in partes Teniendi iter sumat« no. . . cert.ficent 
r^ vLZhinorem et glorian. placibiies et laetos etBciant: quatenns Deo a„iliant, -•>'• jf -''''- «-^/„"^'^ 
de pactis et priTilegia sanctae Romanae ecclesiae, m.ri parentum Te.tror«m. ren.Tare et confirm.rs stnleafs. Jl.n«, XV II. 161. 



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9 

abgeschickt hätte, i) Karl scheint sich den Forderungen gefugt zu haben. Februar 881 hielt er 
friedlich seinen Einzug in Rom und wurde hier zum Kaiser gekrönt. Karl vereinigte noch einmal 
die ganze Monarchie Karls des Groszen, zeigte sich aber seiner Aufgabe nicht gewachsen. Mit 
seiner Absetzung zerfiel das Reich nach den Nationalitäten. Deutschland kam an Arnulf, Frankreich 
an Karl den Einfältigen. In Burgund begründete Graf Rudolf neben dem schon vorher von Boso 
behaupteten Niederburgund eine eigene Herrschaft in Oberburgund. Italien blieb unheilvollen 
Kämpfen von einheimischen Groszen und Nachbarn überlassen, lieber die folgenden Wirren können 
wir fäglich etwas rascher hinweggehen. Der Papst war jetzt ganz in die Hände der jeweiligen 
Mächtigsten gegeben, denen er dann auch die Kaiserkrone verleihen muszte. So wurde 891 Wido 
der als Herzog von Spoleto die italienische Königskrone erlangt hatte, von Papst Stephan in Rom 
gekrönt. Er gewährleistete hierbei dem Papste durch einen schriftlichen Vertrag seine Rechte und 
Besitzungen. Dasselbe that Widos Sohn Lambert, der 892 von Papst Formosus in Ravenna 
zugleich mit seinem Vater zum Kaiser gekrönt wurde. 2) Formosus hatte dies nur gezwungen gethan. 
Als Ketter begrüszte er den deutschen König Arnulf, der Ende Februar 896 Rom den Spoletinern 
entrisz. Freudig krönte er ihn in der Peterskirche zum römischen Kaiser. Nach dem Abzüge 
Arnulfs empfand Formosus schwer die Rache der Spoletiner. Sein zweiter Nachfolger Stephan VI. 
erkannte mit Verwerfung Arnulfs Lambert als Kaiser an. Rom und der Papst gerieten ganz unter 
die Herrschaft einzelner Adelsparteien. Die Krönung Ludwigs von der Provence des Sohnes 
Bosos, durch Benedict IV., und Berengars von Friaul durch Johann X. haben gar keine 
Bedeutung mehr. „Der kaiserliche Name, der höchste einst der Christenheit, war zu einem inhalts- 
losen Titel geworden und verklang dann ganz.** 3) Zuletzt hatte Hugo von Niederburgund die italienische 
Königskrone sich erworben (926) und liesz 931 seinen Sohn Lothar als Mitregenten und Nachfolger 
von den Groszen Italiens anerkennen. Aber die Kaiserkrone zu erhalten, hinderte ihn Alberich, der 
um diese Zeit Rom beherrschte. Gegen ihn erhob sich zudem Kaiser Berengars gleichnamiger 
Enkel, der aber vor ihm zu König Otto fliehen muszte. 945 kehrte er mit Waffengewalt zurück, 
alles schien sich ihm zuwenden zu wollen. Doch wuszte Lothar, Hugos Sohn, die Italiener zu be- 
wegen, dasz sie ihn in seiner Würde belieszen und Berengar nur zu seinem Ratgeber einsetzten. 
Lothar vermählte sich 947 mit Adelheid, der Tochter Rudolfs IL von Hochburgund. Als er 950 
starb, wurden Berengar und sein Sohn Adalbert in Pavia zu italienischen Königen gewählt und 
gekrönt. Aber durch sein habsüchtiges Wesen entfremdete er sich viele, die sich nun der Witwe 
Adelheid zuwandten. Damit ihm von dieser Seite keine Gefahr drohe, wollte er sie daher mit seinem 
Sohne vermählen. Da sie sich weigerte, ward sie in den Kerker geworfen und schrecklich misz- 
handelt (951). Da faszte Otto L, der König Deutschlands, damals der mächtigste Herrscher des 
Abendlandes, den Plan, sie zu befreien. Ohne Schwierigkeit eroberte er Italien, da man ihm überall 
bereitwillig die Thore öffnete. Unterdessen war Adelheid aus ihrem Kerker entflohen. Otto warb, 
um ihre Hand, und schon im October des Jahres 951 wurde in Pavia die Hochzeit gefeiert. 'Bereits 
im September hatte Otto zum Papst geschickt, um über die Herstellung des Kaisertums zu unter- 
handeln. In Rom aber herrschte noch Alberich, der sich ebenso wie früher weigerte, einem Fremden 
die Thore zu öffnen. Einstweilen kehrte Otto zurück. Berengar und Adalbert wurde sogar Italien 

») lieiuiu atque itorum inliibondo apostolica auctoritate praecipimus, tenninum S. Petri ad ingrediendum animum 
restnim non incitetis: quousquo praedicti legad nostri ad nos revertantur, omnia nobis renunciaturi, itemque alios ad nos 
transmittero eures. Mansi XVII, 191. - 

*) 8. Leg. I, 563 den conrentus Ravennas. 

») Oiesebrecht Geschichte der deutschen Kaiseraoit I, 324. 



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zurückgegeben, aber als deutsches Lehen ; sie gedachten jedoch ^f ^^j/^^ '^7^^^ ;!\^^^^^ ^^\''^'^ 
Alberich Als bald darauf durch den Tod Agapets auch der Stuhl Petri erledigt wurde, wählten 
die Römer ihrem Versprechen gemäsz Alberichs Sohn und Erben zum Nachfolger der den Namen 
Johann XH. annahm. Dieser vereinigte somit in Rom geistliche und welthche Gewalt ,n semer 
Hand Aber in seinem Streben, die alte Macht des Kirchenstaats herzustellen, ward er von Berengar 
bedrängt; daher wandte er sich an Otto, dem er zugleich die Kaiserkrone anbot. Dies letztere 
knüpfte er an die Bedingung, dasz die Macht der römischen Kirche gesichert werden sollte. Otto 
liesz dies dorn Papste durch Gesandte eidlich versprechen. Herbst 961 brach er nach Itahen auf. 
Berengar vermochte ihm keinen Widerstand zu leisten. Schon im Januar 962 kam Otto vor Rom 
an Feierlich wurde er der Sitte gemäsz in die Stadt eingeholt. Vor der Peterskirche empfing ihn 
der Papst Ehe sie in das Heiligtum eintraten, versicherte Otto, dasz er in reiner Absicht gekommen, 
und bestätigte die Schenkungen der früheren Kaiser. Am folgenden Sonntage, 2. Februar 962, fand 
die Krönung statt. Giesebrecht nimmt mit Grund an, dasz sie gleich der Berengars von Fnaul gewesen, 
der letzten Kaiserkrönung vorher. Im Purpurmantel erwartet der König den Papst in St 1 eter. 
Dieser erscheint in vollem Ornate, da legt der König geistliche Tracht an und wird als Cleriker am 
Hauptaltar gesalbt und empfängt Kaiserkrone und Kaiserschwert. Daraufliest ein Lektor die Lrkunde 
vor, welche der Kaiser dem Papst über die Besitzungen des heiligen Petrus ausgestellt hat, und der 
Neuerhöhte ehrt den, der ihn gekrönt, mit reichen Geschenken. 

Kehren wir nun nach Beendigung dieses Ueberblicks zu unserer obigen Frage zurück. Hat 
wirklich der Papst „das Kaisertum vom Osten auf den Westen, von den Griechen auf die Deutschen 
übertragen und zwar zum Schutze der Kirche?- Verleiht er infolge dessen aus eigener Macht- 
Vollkommenheit die Kaiserwürde oder ist seine Handlung nur eine Weihe? Ist weiter diese Weihe 
notwendig oder kann auch einer ohne dieselbe Kaiser werden? 

Bei Untersuchung dieser Fragen scheint es förderlich, zwischen einer päpstlichen und einer 
kaiserlichen Ansicht zu unterscheiden. E« kommen zunächst Leo Hl. und Kari der Groszc in be- 
tracht Von keinem von beiden haben wir eine klar ausgesprochene Ansicht. Nur sagt ersterer in 
einer am Krönungstage Karls ausgestellten Bulle, er habe denselben zur Verteidigung und Erhöhung 
der allgemeinen Kirche zum Augustus geweiht, i) Aus diesen wenigen Worten läszt sich aber 
nichts folgern. Auch Kari selbst betrachtete es als seine Aufgabe, die Kirche zu verteidigen und zu 
erhöhen. ?) Aehnlich überliefert Einhard von Kari einen Ausspruch, der zu vielen Erörterungen Anlasz 
gecreben hat. Kari, sagt Einhard, versicherte, dasz er an dem betreffenden Tage (Weihnachten 800), 
trotedem es ein hohes Fest sei, nicht in die Kirche gegangen wäre, wenn er des Papstes Plan vorher 
hätte wissen können. 3) Fürchtete er, wie es nach Einhards folgenden Worten scheint, den Zorn 
der Griechen*) oder war er nicht damit einverstanden, dasz er durch die Krönung des Papstes 

n Jaffe R. P. 1913. Mabillon Ann. Ben. U, 341. t • u j- ir- i.^ 

21 Meine Aufgabe isk es, sagt er in einem Schreiben an Leo UL. mit Hülfe der gSlthcUen Liebe die Kirche 

Christi gegen den Andrang der Heiden nnd die Yerwüstu.ig der Ungläubigen mit den Waffen .u rerteidigen, und draus.en 

und drinnen durch Aufrechthaltung der kathoUschen Lehre zu schirmen; Euch, heiügster Vater, kommt es «u, wie Mom. 

mit zu Oott erhobenen Händen unsere Waffen zu unterstützen,* Migne 98 p. 908. 

t) Einh Vit. Kar. M. c. 28 : Quo tempore imperatoris et augusti nomen accepit. Quod primo m tantura arersatua 

est, ut adfirmaret, se eo die, quamris praccipua festivitas esset, ecclesiam non intraturum, ti pontificis consilium 

praescire P^*|^^^^^^^^^^ ^^^ Krönung damit, da« auf dem Throne tob Konstantinopel ein Weib sitie. ^arl soUte 
nicht Nachfolger des Romulua Augustulus, tonder« Konstantint VL werden. DSllinger da« Kaisertum KarU d. Ur. 
Münchener histor. Jahrb. fOr 1865, S. 352, 




11 

Kaiser wurde *) oder waren jene Worte von Demut oder endlich gar von Heuchelei *) eingegeben ? 
Dies zu untersuchen ist hier unnötig. Aus dem Ereignisse des Jahres 813 scheint mir Karls An- 
schauung ganz klar hervorzugehen. Hier Uesz er seinen Sohn Ludwig sich selbst die Krone auf- 
setzen und sah ihn darnach als Kaiser an. Also kann einer ohne Zuthuung des Papstes Kaiser 
werden. Somit hätte Karl sich 800 auch selbst die Krone aufsetzen können. Aber wie Pipin 751 
vor der Annahme des Königtitels die Zustimmung des Papstes wünschte, damit alle Bedenken gegen 
sein Recht niedersgeschlagen würden, und sich zu demselben Zwecke später vom Papste salben 
liesz, so konnte auch jetzt das Ansehen des Papstes bei dem so bedeutungsvollen Schritte nur 
nutzen. Wurden doch auch die oströmischen Kaiser vom Patriarchen von Konstantinopel gekrönt, 
und im alten Bunde krönte ja Samuel den Saul und David zu Königen. 3) Des Papstes Krönung 
war somit eine Feierlichkeit, die nützlich, aber nicht notwendig erschien. *) Derselben Meinung war 
auch Ludwig der Fromme und sein Sohn Lothar. Die zweite Krönung dieser beiden Herrscher 
wurde wohl als eine geistliche Weihe gewürdigt, aber nicht so aufgefaszt, als wären sie erst dadurch 
Kaiser geworden. *) Weil aber wie Karl so auch später Ludwig und Lothar vom Papste wirklich 
gekrönt wurden, setzte sich allmählich die Ansicht fest, dasz die Krönung des Papstes notwendig 
sei, ohne dasz man darum zu glauben brauchte, der Papst verleihe das Kaisertum. Schon 850 war 
die Entwickelung so weit gediehen ^) und augenfällig 875. Es handelte sich darum, ob Ludwig der 
Deutsche oder sein jüngerer Halbbruder Karl der Kahle die Kaiserwürde erhalten sollten. Jener 
war offenbar mehr berechtigt als dieser. Trotzdem aber wird Karl Kaiser, weil der Papst ihn 
krönt. Hätte nicht, wenn noch die frühere Anschauung dagewesen wäre, Ludwig sich selbst die 
Krone aufsetzen können? Wäre nicht durch Bürgerkriege und Teilungen Karls des Groszen 
Monarchie zerfallen, so würde der Papst wohl nie zu einer solchen Macht gelangt sein. Die Art 
von Thronstreit, die dem Tode Ludwig II. folgte, befestigte für das ganze Mittelalter den Grundsatz : 
Man wird nur durch die Krönung des Papstes Kaiser. Um diese Krönung, eine Art Gunstbezeugung, 
musz man sich daher bewerben. Man musz dem Papste Zugeständnisse machen, ihm namentlich 



ij Ellendorf die Karolinger und die Hierarchie ihrer Zeit I, S. 198. Ideler Leben und Wandel Karls d. Gr. I, 239 t 
Kichues 8. 574, Anm. 1. Der Eigentümlichkeit wegen sei die Behauptung Gfrorers (Gregor Vn., Bd. V, S. 99) erwähnt, 
Karl habe 799 die Verschworung in Rom angezettelt, um Leo III. zur Krönung zu zwingen. 

2) Gregorovius Gesch. der Stadt Rom Bd. III, Einige glauben, es seien vorher zwischen Karl und dem Papste, 
zwischen Franken und Römern formliche Verhandlungen über das Kaisertum gepflogen worden. So DölU S. 347 t 
Derselbe (S. 343 f.) erklärt Einhards Worte damit, Karl wäre blosz augenblicklich überrascht gewesen. 

3) Vgl. Simsen I, 8. 5, Anm. 7. Gemäsz der byzantinischen Sitte und dem Rufe des Volkes am Weihnachtsfeste 
nannte Karl sich von Gott gekrönter Kaiser. Die Salbung hatten die Päpste von den Westgothen entlehnt Döllinger 



8. 



oC3. 



Als erstes Beispiel einer Krönung in Byzanz finde ich die Leos I. vom Jahre 457. 



*") Bei der Krönung von 800 könnte die Mitwirkung des Papstes und der Römer am ehesten als notwendig er- 
scheinen. VgL Döllinger 8. 360: ,Es war die Römische Rcspublica, deren Repräsentanten die Bewohner Roms, deren 
Tomehmstes Glied der Papst war, die sich nach Jahrhunderten wieder einmal ein kaiserliches Haupt gegeben.'* Dazu 
passen die Worte des Papstbuches: Ab omnibus constitutus est imperator Romanorum* Vgl. auch DölL 8. 317, Jeden- 
faUs aber glaubten die Franken schon S13, dasz das Kaisertum ihnen gehöre. Ebenda 8. 369. 

*) VgL Simson I, 73 f. und 8. 193. „Es war ein kluger Schritt der Curie, dasz sie auch in bezug auf Lothar 
wieder den Grundsatz zur Anschauung brachte, dasz Rom die Quelle des Kaisertums sei." Simson a. a. 0. Ganz so 
Ellendorf 8. 200 f. 

•) Chron. Salem, c. 107, 8. 523: (Ludwig II. schreibt) Kam Francorum principes primo reges, deinde Tero 
imperatores dieti sunt, hü dumtaxat, qui a Romano pontifice ad hoc oleo sancto profusi sunt 

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-^rX. 



12 

den Eid der Ergebenheit leisten, die Schenkungen der früheren Kaiser bestätigen. Otto I. muszte 
sich dieser Lage um so mehr fugen, weil er kein Erbrecht geltend machen konnte, i} 

Das Jahr 875 ist auch für die Entwickelung der päpstlichen Ansicht von entscheidender Be- 
deutung. Noch eher als die Kaiser werden die Päpste die Meinung angenommen haben, dasz ihre 
Krönung zur Erlangung der Kaiserwürde notwendig sei. Nun nach dem Tode Ludwigs sah; sich 
der Papst, dessen Macht gegen früher bedeutend selbständiger und gröszer geworden, wie sich dies 
im Jahrzehnt vorher bereits gezeigt hatte, zwei Bewerbern gegenüber. Muszte da sich in ihm nicht 
die Meinung festsetzen, dasz er zur Kaiserkrone berufen könne, wen er wolle? Johann VIII. stellt 
dies in der entschiedensten Weise auf 2) und steht somit ganz auf dem Standpunkte Innocenz III. 
Seine Vorgänger aber hatten so die Sache nicht angesehen. Wie hätte auch Leo III. so seine 
Stellung zu Karl dem Groszen auffassen können, von dem er ganz beherrscht wurde ? ^) Und hätte 
nicht von päpstlicher Seite gegen die Vorgänge von 813*) und 817 Protest erhoben werden müssen? 
Und hierbei bleibt es bei Johann VIII. nicht. Da sich im Laufe der Zeit die Ansicht festgesetzt zu 
haben scheint, dasz der Besitz Italiens zur Erlangung der Kaiserwürde die Vorbedingung sei, *) so 
behauptet er weiter: Da ich zum Kaisertum berufe, so berufe ich auch zur Herrschaft über Italien, 
oder: niemand kann König Italiens werden, wenn er nicht meine Zustimmung erhält. Wir sahen 
aber oben, wie sich die Groszen Italiens und Karlmann, sowie später Karl III. dazu stellten. 
Päpstliche und kaiserliche Ansicht standen sich hier schroff gegenüber. So war es auch, als später 
der Grundsatz zur Anerkennung gelangt war, der deutsche König und nur er habe ein Anrecht auf 
die Kaiserkrone. *) Da dies so ist, behaupteten Innocenz und seine Nachfolger, und da wir zum 
Kaisertum berufen, berufen wir auch zum deutschen Königtum. Allerdings wählen die Fürsten selb- 
ständig, allein der Erwählte bedarf unserer Bestätigung. Können wir ihm die nicht geben, so müssen 
die Fürsten ihn fallen lassen: er ist dann auch nicht König. Dies haben indessen die deutschen 
Fürsten und Könige nie anerkannt. Gleich nach der Wahl galt der Betreffende als König; er übte 



1} Oiesebrecht Sonst erscheint seine Krönung durch Johann XII. in vieler Beziehung nur als die Vollendung und 
Anerkennung dessen, was vorher bestand. "Waitz, deutsche Verfassungsgeschichte Bd. 5, S. 97» 

<) Z. B. Mansi Sacrorum conciliorum nova et amplissima coUectio XVII, 261, app. 171 : Elegimus hunc (Karl 
den Kahlen) merito et approbavimus ... ib. 29: ideo illum tanto diademate ab olirnquidemanobisexspectatum ac pracelectum 
decorare curaviraus, ut sanotae Romanae ecclesiae recuperatio et securitas, quam ademptam dolebamus, per pium Studium 
du« • . . rediret 

*) Leo III. schickte 796 dem Fatricius Karl die Schlüssel vom Grabe Petri und das Banner der Stadt Gleich- 
seitig fügte er durch seine Legaten das Versprechen hinzu, dasz das romische Volk seiner Führung treu und willig folgen 
werde. Ann. Laur. a. 796 Es wurde mit der Krönung Karls dasjenige in Worten ausgesprochen, was factisch lAngst 
bestand. Nichues Geschichte des Verhältnisses zwischen Kaisertum und Papsttum im Mittelalter S. 592. 

*") Stephan V. liesz sich 816 bei Ludwig entschuldigen, dasz er, ohne die kaiserliche Genehmigung abzuwarten, sich 
hatte eonsecriren lassen« 

^) VgL Jacobs S. 31 : ,Die fränkischen Konige sahen sich deshalb befugt, die Kaiserwürde anzunehmen, weil Rom 
ihnen gehorchte." 

*) Philipps Die deutsche Konigswahl bis zur goldenen Bulle in Sitzungsber. der k. k. Akademie in Wien, phiL 
bis«. Cl. S. 385 f sagt, zur Zeit Gregors V. oder doch nicht lange nachher habe sich der Papst verpflichtet, nur dem 
deutsehen Könige die Kaiserkrone zu verleihen. Vgl. dagegen Kirchenr. HL, 1, 114 ff. — Wie sehr man an ein erb- 
liches Recht des deutschen Königs auf die Kaiserkrone glaubte, beweisen die Formulare der Kaiserkrönung. Giete- 
brecht II, 475. 678. 



13 

königliche Rechte und fand Anerkennung als König. Zu offenem Kampfe führte es bei Ludwig dem 
Baier. Johann XU. untersagte ihm unter Androhung des Bannes die Führung des königlichen 
Namens und die Ausübung königlicher Rechte, ehe er, der Herzog von Baiern, von ihm bestätigt 
wäre, Ludwig gab nicht nach, und der Kampf entbrennt aufs heftigste. Bann und Interdikt sind 
die päpstlichen Strafen. Schlieszlich wurden Ludwig sogar alle seine Lehen vom Papste abgesprochen. 
Nachdem die Fürsten wiederholt vergeblich Versöhnung nachgesucht hatten, erklären sie 1338 auf 
dem Kurverein zu Rhense, dasz einer durch die Wahl der Fürsten allein König werde. Eine feier- 
liche Bestätigung findet dieser Grundsatz in der Goldenen Bulle von 1356, in welcher des Papstes 
gar keine Erwähnung geschieht. Der zum deutschen Königtum Gelangte mag sehen, wie er vom 
Papste die Kaiserkrone erlangt. Endlich brachten die Umstände es dann mit sich, dasz man seit 
Max I. — auszer Karl V. — gar nicht mehr um die Kaiserkrone nachsuchte, sondern sich begnügte 
mit dem Titel eines Erwählten Römischen Kaisers. 






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14 



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I. Alls^emeine Lehrverfassang der Schale. 



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Ober- 
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Unter- 
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Quarta. 


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Sexta. 


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Religionslehre : 
















a. Eatholische 


2 


1 
2 


2 


1 

2 1 


9 


b. Evangelische 


1 


1 


2 


c. Jüdische 


1 


1 

1 


2 


Lateinisch 


8 


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9 


9 


9 


44 


Griechisch 


7 


7 


7 




— 


— 


21 


Deutsch 


2 


S 


1 


2 


2 


3 


11 


Französisch 


2 


2 


5 


4 




13 


a. Geschichte 

und 

b. Geographie 


! ' 


X 


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a) 2 

b) 2 


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b) 2 


a) 1 

b) 2 


16 


Mathematik 
















and 
Bechnen 


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3 


3 


4 


4 


4 


22 


Naturkunde 


2 


J 


i 


2 


2 


2 


10 


Zeichnen 




2 


2 


2 


2 


8 


Gesang 


a) Für alle Klassen 2 St.; b) für Sexta und Quinta (Sommer) 1 St 


3(2) 


Schreiben 


2 


2 


Tomen 


Im Sommei 


r 3, im Wir 


Lter 2 St fu 


ir alle Klass 


1 
en. 




3(2) 



I 



15 



2. Übersicht über die Verteilung der Stunden unter die einzelnen Lehrer. 



Liehrer. 



Sekunda« 



Ober- 
tertia. 



Unter- 
tertia. 



Quarta. 



Qainta. 



Sexta. 



Zahl der 
Lektio- '<( 
nen Jede« \ 
Lehrers. 



I. Balias, Oberlehrer, 

1. ordentlicher Lehrer, 

Ordinarius der IL 



Math. 4 St 
Physik 2 St, 



Math. 3 St. 



Math. 3 St. 



Naturgeschichte 2 St. 



Math. 4 St. 



18 



1 J 



2. Schulte, 2. ord. Lehrer, 
Ordinarius der V. 



Latein 9 St. 
Deutsch 2 St. 



Latein 9 St. 
Gesch« 1 St. 



21 



3. Koll, 3. ord. Lehrer, 
Ordinarius der III. 



Oriech. 7 St. 



Latein 9 St. 



Französ. 4 St. 
Deutsch 2 St. 



22 



4. Dr. Bachus, 

4. ordentlicher Lehrer, 

Ordiuarias der IV. 



Religion 2 St. 
Franzos. 2 St. 



Religion 2 St. 
Franzosisch 2 St. 



Religion 2 St. 

Französ. 5 St. 

Gesch. 2 St. 



Religion 1 St. 



Religion 2 St. 



20 



5. Henrich, 

Elementarlehrer. 



Naturbeschr. 
2 St. 



Schreiben 2 St. 
Gesang 1 St. (im Sommer) 

1 St. kirchhcher und 1 S*- "weltlicher Gesang. 
Turnen und Turnspiele im So™™er 3 St., im Winter 2 St. 



Rechnen 4 St. 

Geogr. 2 St. 

Naturbeschr. 
2 St. 



Deutsch 3 S*- 

Rechnen 4 St 

Naturbeschr. 
2 St 



27 

[im 

Sommer] 

25 

[im 
Winter] 



6. Dr. Deussen, 

kommissarischer Lehrer, 
OrdinarioB der VL 



Getohichte 

und Geogr. 

3 St 



Grieeh. 7 St. 



Deutsch 2 St. 



Latein 9 St 
Geographie 
und Gesch. 
3 St. 



24 



7. Terbrüggen, 
kommissarischer Lehrer. 



Latein 8 St* 
Grieeh. 7 St. 
Deutsch 2 St. 



Geschichte u. Geogr, 3 St 



Geogr. 2 St 



22 



8. Deussen, 
eyang. Pfarrer. 



Religion 1 St. 



Religion 1 St 



2 



9. Mandel, 

israelititichor Lehrer. 



Religion 1 St. 



Religion 1 St. 



10. Kaufmann, 
Zeichenlehrer. 



Zeichnen 2 St. [fakultatir] 



Zeichnen 2 St 



Zeichnen 2 St 



Zeichneu 2 St 



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16 



17 



3. Übersicht über die während der Schulzeit absolvierten Pensen. *) 

A. Wissenschaftlicher Unterricht. 

Sekunda. 

Ordinarius: Oberlehrer Bailas. 

1. Religionslehre, a) Katholische. Leitfaden für den katholischen Religionsunterricht 
von Dr. Dubelman. Die Lehre von den Gnadenmitteln und den Geboten. Kirchengeschichte bis 

zum 16. Jahrhundert. 2 Stunden. 

Herr Dr. Bachus. 

b) Evangelische. Hülfsbuch für den evangelischen Religionsunterricht von Dr. C. Noack. 

Die prophetischen Bücher (§§ 23—30). Aneignung der Erlösung (§§ 96—120). 1 Stunde. 

Herr Pfarrer Deussen. 

2. Deutsch. Pütz' deutsches Lesebuch für die mittleren Klassen und Sekunda. Lesen und Er- 
klaren prosaischer und poetischer Stücke aus Pütz. 2) Hermann und Dorothea. Memorieren von Gedichten.«) 
Dispositionslehre. Das Wichtigste aus der Poetik und Stilistik. Alle 4 Wochen ein Aufsatz. Themata 
zu den deutschen Aufsätzen: 1) Warum beginnen wir mit dem 16. Jahrhundert die neuere Geschichte? 
2) Der Arbeitsame. (Eine Charakterzeichnung). 8) Böse Gesellschaften verderben gute Sitten. (Nach 
der Chrie). 4) Gedankengang der Schillerschen Ballade „Der Taucher'*. (Klassenarbeit). 5) Der 
Glockengusz. 6) Inhaltsangabe des 2. Buches der Anabasis. 7) Die Kraniche des Ibykus. Frei 
nach Schiller erzählt (Klassenarbeit). 8) Die Linde. Eine Schilderuug. 9) Gedankengang des 
1. Gesanges von „Hermann und Dorotliea''. 10) Die Eroberung Sagunts. Nach Livius erzählt 

(Klassenarbeit). 2 Stunden. 

Herr Terbruggen. 

3. Lateinisch. Die Grammatik und die Stilistik von Berger. Übungsbuch von Hemmer- 

ling, 1. Teil. Die erste Hälfte der Syntax (§§ 108—204). Übersetzen aus Hemmerling. Wöchentlich 

ein Pensum; alle 14 Tage eine Klassenarbeit. — Ciceros Katilinarische Reden; Livius, Buch 21. 

Vergils Aeneis, I und H (bis Yers 317). Memoriert I, 1—90. 3 Stunden. 

Herr Terbruggen. 

4. Griechisch. Schulgrammatik von Koch (auch in HI). Aufgaben zum Übersetzen ins 
Griechische von Böhme. — Die erste Hälfte der Syntax (§§ 69—90). Das Wichtigste aus der 
Moduslehre (§§ 105,4—118,5). Alle 14 Tage ein Pensum aus Böhme, alle 3 Wochen eine Klassen- 
arbeit. — Xen. Anab. II, III, IV (1—3). Hom. Od. I, X, XI. Memoriert I, 1—95: 7 Stunden. 

Herr Terbruggen. 

5) Französisch. Schulgrammatik (auch in III und IT) und Lectures choisies von Plötz. 

Choix de nouvelles du XIX. siede von Göbel. Aus der Grammatik die Lektionen 58 — 70. 

Sämtliche Sätze übersetzt. Alle 14 Tage ein Pensum, alle 4 Wochen eine Klassenarbeit. 

— Aus Göbel gelesen: Le Leproiix de la cite d'Aoste von X. de Maistre und Le Grand Saint- 

Bemard von R. Toepffer. Aus „Lectures choisies etc.** einige Stücke gelesen und mehrere Gedichte 

memoriert. 2 Stunden. 

Herr Dr. Bachus. 



Im Aiwchluaae an die im Programme ron 1877/78 abgetlnickten und durch die Ministerial-YerfDgung rom 
31. März 1882 modifizierten (Programm Ton 1883/84) ^Specicllen Lehrpläne* der Anstalt. 

*) Im deutschen Cnterrichte werden auf allen Klassen ausschliesslich oder doch in erster Linie die Lesestücke ge- 
lesen und die Gedichte memoriert, die in dem Mr unsere Anstalt aufgestellten und genehmigten Kanon (Programm 1877/78) 
zum Lesen und Memorieren bestimmt sind. 



6. Geschichte und Geographie. Grundrisz der Geographie und Geschichte von W. Püta. 

Die auszereuropäischen Kulturvölker und die Griechen. Alle 14 Tage eine Repetitionsstunde für 

Geographie und Geschichte. 2 Stunden. 

Herr Dr. Deussen. 

7. Mathematik, a) Algebra. Arithmetik von Boyman und Beispielsammlung von Heis 
(auch in 111). Potenzen, Wurzeln, Logarithmen. Fortlaufende Berechnung von Beispielen, 
b) Geometrie. Planimetrie von Meyer (auch in III und IV). Die Planimetrie beendigt. (Ab- 
schnitt 9 — 16). Übungen und "Wiederholungen, c) Trigonometrie. Goniometrie und ebene 
Trigonometrie. 4 Stunden. 

Der Ordinarius. 
Die Mechanik der festen 



8. Physik. Lehrbuch von Koppe. Allgemeine Eigenschaften. 
Körper kursorisch. Wasser- und Luftdruck, Wärme. 2 Stunden. 



Der Ordinarius. 



Tertia. 

Ordinarius: Herr Jos. K oll. 

L Religionslehre, a) Katholische. Der Triersche Katechismus fauch für IV, V, VI). 
Die Lehre von den Geboten Gottes, den Geboten der Kirche, von der Sünde, der Tugend. 2 Stunden. 

Herr Dr. Bachus. 
b) Evangelische. Mit Sekunda kombiniert. 

2. Deutsch. Deutsches Lesebuch von Remacly, 1. Theil, 2. Stufe Cauch in IV). Lesen und 
Erklären prosaischer und poetischer Stücke. Im Anschlüsse an die Lektüre Tropen und Figuren. 
Memorieren von Gedichten. Alle 3 Wochen ein Aufsatz. 2 Stunden. 

Herr Dr. Deussen. 

3. Lateinisch. Schulgrammatik von Siberti — Meiring, Meirings Übungsbuch (beide 
auch in IV, V, VI) und Vokabular. Wiederholung der Kasuslehre und einiger Kapitel aus 
frühern grammatischen Pensen. Die Präpositionen. Wortbildung (bis § 320). Tempora und 
Modi. Übersetzen aus Meiring. Memorieren der ersten Hälfte der Vokabeln. Alle 8 Tage ein 
Pensum, alle 14 Tage eine Klassenarbeit. — Caes. Bell. Gall. I, H, HI. Einige Kapitel memoriert 
Ovid. Metam. 1. 2. 3. 4 bis V. 340. 6. 9 nach Siebeiis. Aus 2 und 4 sind 90 Verse memoriert 
Prosodik und Metrik. 9 Stunden. 

Der Ordinarius. 

4. Griechisch. A. Obertertia. Grammatik von Koch und griechisches Elementarbuch 
von Wesener, 2. Teil. Wiederholung des vorigjährigen grammatischen Pensums. Beendigung der 
Formenlehre und die wichtigsten Regeln über die Tempora und Modi, die Infinitive und die 
Participien. Übersetzen aus Wesener und Memorieren der meisten Wörter des angehängten 
Vokabulars. Alle 14 Tage ein Pensum, |alle 3 Wochen eine Klassenarbeit — Xenoph. Anab. I, 

n bis Kap. 3. 7 Stunden. 

Der Ordinarius. 

B. Untertertia. Grammatik von Koch und Elementarbuch von Wesener, 1. Teil. Die regel- 
mSszige Formenlehre einschlieszlich der Verba liquida. Übersetzen aus Wesener| und Memorieren 
der einschlägigen Vokabeln. Alle 14 Tage ein Pensum, alle 3 Wochen eine Klassenarbeit 7 Stunden. 

Herr Dr. Deussen. 



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5 Französisch. Aus Plotz die Lektionen 24-27. Wiederholung der Lektionen 1-23. 
Alle 14 Tage ein Pensum, alle 4 Wochen eine Klassenarbeit. - Le Lepreux de la cit6 dAoste 

(S. II). 2 Stunden. xr n tj i. 

^ ^ Herr Dr. Bachus. 

6. Geographie und Geschichte. Leitfaden für den Unterricht in der Geographie von 
Daniel (auch in IV, V, VI). Grundrisz der deutschen Geschichte von Pütz; Leitfaden bei dem 
Unterrichte in der Geschichte des preuszischen Staates von demselben. ~ Wiederholung der deutschen 
Geschichte bis zum westfälischen Frieden. Fortsetzung derselben bis 1806. Die brandenburgisch- 
preuszische Geschichte bis 1871. - Wiederholung der natürlichen Geographie, dann die politische 

Geographie Deutschlands. 3 Stunden. m u - 

o ^ Herr Terbruggen. 

7. Mathematik. (Lehrbücher wie in II). A.Obertertia, a) Algebra. Division der 
Polynome, Rechnung mit Null und mit negativen Groszcn, Teilbarkeit, geometrische Proportionen, 
Gleichungen ersten Grades mit einer Unbekannten. Fortlaufende Berechnung von Beispielen, 
b) Geometrie. Yergleichung der Parallelogramme mit den Dreiecken, Aufgaben (Meyer 
Abschn. 6,8). Übungen und Wiederholungen. -- Alle 4 Wochen eine häusliche und eine Klassen- 
arbeit. 4 Stunden. 

Oberlehrer Bailas. 

B. Untertertia, a) Algebra. Die Rechnungsarten mit Buchstabengrüszon, Null und 
negativen Groszen. Fortlaufende Berechnung von Beispiolon. bj Geometrie. Kreislehre, Auf- 
gaben (Meyer, Abschn. 7,8). Übungen und Wiederholungen. Alle 4 Wochen eine häusliche und 

eine Klassenarboit. 4 Stunden. ^m i i t> 1 1 

Oberlehrer B alias. 

' 8. Naturgeschichte, aj im Sommer Botanik. Das Pflanzenreich von Schilling. — Wieder- 
holung der Anatomie der Phanerogamen und des Linneschen Systems. Die bedeutendsten natür- 
lichen^^Familien und die wichtigsten Naturgewächse. Beschreibung und Bestimmung einzelner Pflanzen, 
b) Im Winter Mineralogie. Das Mineralreich von Schilling. — (Die chemischen Grundbegriffe. 
Einteilung und Beschreibung der wichtigsten Mineralien, Vorkommen, Verarbeitung, Benutzung. 
2 Stunden. 



Oberlehrer B a 1 1 a s. 



Qnarta. 

Ordinarius: Herr Dr. Heinr. Bachus. 



1. Relio-ionslehre. a) Katholische. Diözesankatechismus und biblische Geschichte von 
Schuster. — Die Lehre von den Geboten Gottes, den Geboten der Kirche, von der Sünde, der 
Tugend. — Biblische Geschichte des N. T. von dem dritten Osterfeste des Herrn bis zu dessen 

Himmelfahrt. 2 Stunden. 

Der Ordinarius. 

b) Evangelische.^) 

2. Deutsch. Das Wesentliche aus der Satzlehre. Lesen und Erklären prosaischer und 
poetischer Stücke. Memorieren von Gedichten. — Alle 14 Tage ein Aufsatz. 2 Stunden. 

Herr Schulte. 

1) In Quarta, welche mit Tertia und Sekunda die obere Abteilung bildet, befand sich in diesem Jahro kein 
erangelischer Schüler, 



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Schulte. I 
P15ts. ~ Aus I 



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3 Lateinisch Wiederholungen ans der Formenlehre. Die Kasuslehre. Uberseteen aas dem 
Übnnirsbuche und VokabeUemen. Im 3. Tertiale Übungen im Lesen des daktytischen HeMmeters 
nebst dem Xöti«ten aus Prosodik und Metrik. Alle 8 Tage ein Pensum, aUe 14 Tage eine massen- 
«beit - Aus C^m. Nep. gelesen: Milt, Them., Arist., Cimo, Epam., Pelop., Ages., HamiK, 

Hannib. 9 Stünden. 

Herr S 

4 Französisch. Elementargrammatik (auch auf V) und Schulgrammatik von 
der Elementargrammatik Lektion 76-105, aus der Schulgrammatik Lektion 1-24. Die zugehörigen 
Wörter sämtiich memoriert Alle 14 Tage ein Pensum, alle 4 Wochen eine Klassenarbeit. 5 Stunden. 

Der Ordinarius. 

5 alGeoeraphie. Asien, Afrika, Amerika, Australien. 2 Stunden. 

■ ^ ° Herr Terbruggen. 

b) Geschichte. Grundrisz der alten Geographie und Geschichte für die mittleren Klassen, 
yon W. Pütz. - Geschichte der Griechen bis auf Alexander den Groszen einschlieszlich, Geschichte 

der Römer bis zur Schlacht bei Aktium. 2 Stunden. 

Der Ordinarius. 

6 Mathematik, a) Rechnen. Rechenbuch von Dr. Schellen. (Auch in V und VI). Wieder- 
holung der Bruchrechnung. Zins-, Rabatt-, Gesellschafts-, Mischungsrechnung Berechnung der 
Flächeninhalte. Fortlaufende Berechnung von Beispielen, b) Geometrie. Wmkel, Parallelen 
Dreiecke (Meyer, Abschn. 1-4). Übungssätze. Alle 4 Wochen eine Klassenarbeit. 4 Stunden. 

^ -' ' Oberlehrer B alias. 

7 Naturgeschichte, a) Im Sommer Botanik. Beschreibung einzelner Pflanzen in Bezug 
auf die Klassen des Linneschen Systems und die leichter erkennbaren natürlichen Famihen. b) Im 
Winter Zoologie. Schlusz der Wirbeltiere, die Weichtiere und von den Gliedertieren die Käfer. 2 Stunden. 

^ Herr Jakob Henrich. 

Qniiitn. 

Ordinarius: Herr Herm. Schulte. 

1 Religion a) K a t h 1 i s c h e. Erklären und Memorieren der im Katechismus enthaltenen 
Gebete Die Gebote Gottes, die zwei ersten insbesondere. Die Sakramente, das Sakram:>nt der 
Busze und des Altars insbesondere. - Biblische Geschichte des A. T. von Erschaffung der Welt 

bis zu Mosis Tode. 2 Stunden. -rr t^ r. v. 

Herr Dr. Bachus. 

b) Evangelische. Biblische Geschichte von Zahn. Die biblische Geschichte des NT. von 

der Auferstehung Jesu bis zur Zerstörung Jerusalems (Zahn). - Ferner (nach Giebe §§ 21-35, 

42—491 Lieder, Sprüche, Katechismusfragen memoriert. 1 Stunde. 

■' ' r ' ggyj Pfarrer Dcussen. 

2 Deutsch. Deutsches Lesebuch von Linnig, I.Teil. - Deklination und Konjugation Da. 
Wichti'^te vom einfachen und vom zusammengesetzten Satze. Orthographische Übungen. - Lesen 
und Erklären prosaischer und poetischer Stücke. Memorieren von Gedichten. Alle 8 Ta^e «ne 
schriftliche Arbeit. 2 Stunden. g^^ Koll. 

8 Lateinisch. Die unregelmäszige Formenlehre. Die Adverbien, Präpositionen Konjunktionen. 
Ana der Syntax: Städtenamen, Accus, c. inf., Partizipien, Abi. absol. Übersetzen der betreffenden 



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lateinischen und deutschen Sätze, sowie einiger Fabeln und Erzählungen. Yokabellernen. Alle 8 Tage 

ein Pensum, alle 14 Tage eine Klassenarbeit 9 Stunden. 

Der Ordinarius. 

4. Franzosisch. Aus der Elementargrammatik von Plotz Lektion 1 — 75. Memorieren der 
Vokabeln. Alle 8 Tage ein Pensum, alle 14 Tage eine Klassenarbeit. 4 Stunden. 

Herr Koll. 

5. a) Geographie. Wiederholung der Grundlehren (Daniel, §§ 1 — 10). Die physische und 
die politische Geographie sämtlicher Staaten Europas. Wiederholung und Erweiterung der Geographie 
Deutschlands, mit besonderer Berücksichtigung des Königreichs Preuszen und der Bheinprovinz. 
2 Stunden. 

Herr Henrich, 
b) Geschichte. Sagen und Geschichten aus dem griechischen und römischen Altertum. 1 Stunde. 

Der Ordinarius. 

6. Rechnen. Schellen. Wiederholung der Rechnung mit ganzen Zahlen und mit gemeinen 
Brüchen. Die Dezimalbrüche. Regeldetri in ganzen und gebrochenen Zahlen, allgemeine Prozent- 
rechnung, Gewinn- und Verlustrechnung in Prozenten. — Zeichnung und Berechnung von Flächen. 
Regelmäszige häusliche Arbeiten. Alle 4 Wochen eine Klassenarbeit. 4 Stunden. 

Herr Henrich. 

7. Naturgeschichte, a) Im Sommer Botanik. Wiederholung der morphologischen Grund- 
begriffe. Beschreibung einzelner Pflanzen. Einführung in das Linnesche System, b) Im Winter 
Zoologie. Schlusz der Säugetiere, dann Vögel und Reptilien. 2 Stunden. 

Herr Henrich. 

Sexta. 

Ordinarius: Herr Dr. Wilh. Deussen. 

1. Religion, a) Katholische. 1) kombiniert mit Quinta (S. Quinta). 2 Stunden. 
2) Sexta allein: Die Lehre von dem Gebete, den kirchlichen Ceremonien, der Sünde, der 

1 Stunde. 

Herr Dr. Bachus. 
b) Evangelische. Mit Quinta kombiniert (S. Quinta). 1 Stunde. 

Herr Pfarrer Deussen. 

2. Deutsch. Orthographische C'bungen. Das Wichtigste aus der Satzlehre. Lesen und Er- 
klären prosaischer nnd poetischer Stücke aus Linnig. Memorieren von Gedichten. Alle 8 Tage 
eine schriftliche Arbeit. 3 Stunden. * 

Herr Henrich. 

3. Lateinisch. Die regelmäszige Formenlehre einschlieszlich der Deponentia. Übersetzen 
der Sätze und Memorieren der Wörter aus Meiring. Alle 8 Tage ein Pensum, alle 14 Tage eine 
Klassenarbeit. 9 Stunden. 

Der Ordinarius. 

4. a) Geographie. Allgemeine Übersicht der Erdteile (Daniel 1. Buch). 2 Stunden. 

b) Geschichte. Deutsche Sagen und Geschichten, letztere in biographischer Form. 1 Stunde. 

Der Ordinarius. 

5. Rechnen. Schellen. Die Xumeration, die 4 Grundrechnungen [in unbenannten ganzen 
Zahlen und gemeinen Brüchen. Teilbarkeit, Resolution und Reduktion. — Einfache Regeldetri in 
ganzen Zahlen. Fortlaufende häusliche Arbeiten. Alle 4 Wochen eine Klassenarbeit 4 Stunden. 

Herr Henrich. 



Tugend. 



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21 

6. Naturgeschichte. a)Im Sommer Botanik. Morphologische Grundbegriffe. Beschreibung 
einzelner Pflanzen, b) Im Winter Zoologie. Säugetiere. 2 Stunden. 

Herr Henrich. 

Bemerkung. Von der Teilnahme an dem^ katholischen und dem evangelischen Religions- 
unterricht war kein Schüler dispensiert. 



Jüdischer Religionsunterricht; 

a) Obere Abteilung. (Sekunda, Tertia, Quarta.) i) Allgemeiner Inhalt der Sabbath-Perikopen. 
Talmud und jüdisches Kalenderwesen. Bedeutung der Feste. Aus den Propheten 25 Kapitel im 
Original gelesen. Berühmte jüdische Gelehrte bis zum 15. Jahrhundert. 1 Stunde. 

b) Untere Abteilung. (Quinta und Sexta.) Das Wichtigste aus der Glaubenslehre: Gott, 
seine Eigenschaften und Werke. Unsterblichkeit der Seele. Offenbarung. Gebet und Gottesdienst. 
Sabbath. Fest- und Busztage. — Geschichte des jüdischen Stammes bis zu Davids Tod. 1 Stunde. 

Herr Leop. Mandel. 



B. Technischer Unterricht. 

a) Turnen. Im Sommer für alle Schüler in drei wöchentlichen Stunden Turnen und Be- 
wegungsspiele auf dem Turnplatze oder in der Turnhalle, im Winter für die einheimischen Schüler 
in zwei wöchentlichen Stunden in der Turnhalle. Zwei Abteilungen, wovon die untere Sexta und 
Quinta, die obere Quarta, Tertia und Sekunda umfaszte, jedoch mit einzelnen Ausnahmen. Im Sommer 
war für jede Abteilung die eine Hälfte der Stunde zum Turnen, die andere zu Bewegungsspielen 
bestimmt. — Frei-, Geräte- und Rüstübungen. 3 (2) Stunden. 

Herr Henrich. 
Bemerkung. Im Sommer waren drei, im Winter zwei Schüler dispensiert 

b) Zeichnen. 1) Sexta. Linien, Winkel, Dreieck, Viereck. Freihandzeichnen nach Vor- 
zeichnen an der Wandtafel. Schraffieren. 2 Stunden. 

Herr Beruh. Kaufmann. 

2) Quinta. Vieleck, Kreis, Oval, Schneckenlinie, Wellenlinie, Ranken, Blattformen, Rosetten, 
alles nach Vorzeichnungen an der Wandtafel. 2 Stunden. 

Herr Kaufmann. 

3) Quarta. Ornamente nach Vorzeichnungen an der Tafel. Blattformen, Ranken, Blüten, 
Früchte, Pflanzenteile nach der Natur. Geographische Karten. Freihandzeichnen nach Körpern 
und Modellen. 2 Stunden. 

Herr Kaufmann. 

4) Tertia und Sekunda. (Fakultatives Zeichnen). Fortsetzung der Übungen in Quarta. 
Übungen im Kolorieren. Konstruktionszeichnen. 2 Stunden. 

Herr Kaufmann. 
Bemerkung. An dem fakultativen Zeichnen beteiligten sich drei Tertianer und vier Sekundaner. 

c) Gesang. 1) Quinta und Sexta kombiniert (Sommer). Kenntnis der Noten und der Ton- 
1) Die Quarta hatte dieses Jahr keine jadischen Schüler. 



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leitern. Einstimmige Volkslieder. 1 Stunde. 2) Für alle Klassen : Ein- und mehrstimmige katholisehc 
Kirchenlieder (1 Stunde) und weltliche Gesänge (1 Stunde}. 

Herr Henrich, 
d) Schreiben. Sexta und Quinta kombiniert. 2 Stunden. 

Herr Henrich. 



II. Terfngnngen der Yorgesetzten Beb5rdeii. 

1) Verf. V. 19. Mai 1884. Es wird Abschrift einer Verfügung des Herrn Ministers der öffent- 
lichen Arbeiten mitgeteilt, betreffend Fahrpreisermäszigungen für die Schüler. 

2) Verf. V. 10. Juni 1884 No. 3193. Als ein wesentliches Mittel, dem mehrfach zu Tage ge- 
tretenen ^»Verbindungstreiben*' unter den Schülern der höhern Lehranstalten entgegenzutreten 
wird den Leitern dieser Anstalten wiederholt und dringend zur Pflicht gemacht, dasz sie in allen 
Fällen des Übergangs von Schülern einer Anstalt zur andern, in denen der Qrund dieses Übergangs 
nicht klar nachgewiesen ist, oder das Betragen des zur Aufnahme angemeldeten Schülers an der früher 
Ton ihm besuchten Anstalt zu Ausstellungen Anlasz gegeben hat, sorgfältige Nachforschungen über 
das Vorleben des betreffenden Schülers eintreten lassen und in allen Zweifelfallen, insbesondere bei 
Schülern der erst erwähnten Kategorie, an das Köiiigl. Provinzial-Schul-Collegium berichten. 

3) Verf. V. 14. Juli 1884, No. 6072. Mitteilung einer Ministerial- Verfügung vom 18. Juni 1884, 
betreffend die Dispensation jüdischer Schüler vom Unterrichte und insbesondere vom Schreiben 
an Sabbathen und Festtagen. Der Herr Minister bestimmt im allgemeinen, dasz es bei den betreffen- 
den frühem Verfugungen zu verbleiben habe. Ferner sollen die Eltern der betreffenden Schüler 
nachdrücklich darauf hingewiesen werden, dasz die Schule keine Verantwortung für die aus derartigen 
Dispensationen bei den betreffenden Schülern entstehenden Folgen übernimmt .... Insbesondere 
kann für die Anfertigung der schriftlichen Arbeiten in der Keifeprüfung seitens der jüdischen Schüler 
eine Dispensation vom Schreiben am Sonnabend nicht beansprucht werden. 

4) Verf. V. 31. August 1884. No. 7102. Mitteilung einer von dem Herrn Minister der 
geistl. u. s. w. Angelegenheiten unterm 14. Juli d. J. erlassenen „Anweisung zur Verhütung der 
Übertragung ansteckender Krankheiten durch die Schüler**, sodann einer Verfügung desselben Herrn 
Ministers vom gleichen Datum, die Schlieszung der Schulen bei ansteckenden Krankheiten betreffend. 

5) Verf. V. 6. Dezember 1884 No. 9983. Mitteilung einer ministeriellen Verfügung vom 
10. November 1884, in welcher der Herr Minister, gestützt auf das Gutachten der Wissenschaftlichen 
Deputation für das Medizinalwesen v. 19. Dezember 1883, eine allgemein verbindliche Ordnung der 
zwischen die Unterrichtsstunden fallenden Erh lungspausen festsetzt und den die Zeitdauer der häus. 
liehen Arbeiten der Schüler betreffenden Weisungen bestimmtem Ausdruck giebt. — Mit Bezug 
hierauf giebt das Konigl. Provinzial-Schul-Kollogium selbst Vorschriften über die für das dritte 
Tertial versuchsweise einzuführende Verteilung der Pausen und die Dauer der Unterrichtsstunden. 

6) Verf. vom 26. Januar 1885. Die Schulgeldbefreiung soll lO^/o der vorhandenen Schüler- 
zahl nicht übersteigen, und die Direktoren und Rektoren sollen die Eltern ne i eintretender bedürftiger 
Schüler auf die zu übernehmenden finanziellen Verpflichtungen aufmerksam machen. ... Es soll 
nicht nur die Dürftigkeit, sondern auch die Würdigkeit der betreffenden Schüler mit Gewissenh ifkig- 
keit geprüft werden, und solche Schüler, welche nach dem Masze ihrer Fähigkeit zum Besuche einer 
hohem Lehranstalt wenig geeignet erscheinen, sollen in jedem Falle unberücksichtigt bleiben. 



III. Chronik der SScfaale. 

1. Am 4. April 1884 (cfr. Progr. v. 1883/84 S. 16) fand unter dem Vorsitze des Herrn Pro- 
vinzial - Schulrats Dr. Vogt als Königlichen Kommissars di3 mündliche Entlassungsprüfung statt. 
Beiden Prüflingen, Jakob Meyer und Josef Wiegand, wurde das Zeugnisz der Reife für Prima zuer- 
kannt, und zwar ersterem unter Befreiung von der mündlichen Prüfung. 

2. Am 6. April führte Herr Dr. Bachus vier Schüler der Anstalt zur 1. hl. Kommunion. Der 
hiesige Kirchengesang- Verein trug mit gewohnter dankenswerter Gefälligkeit zur Verschönerung des 

Festes bei. 

3. Mittelst Bestallung vom 5. April gerulite Seine Majestät der König AUergnädigst, den Rektor 
Dr. Pohl zum Königlichen Gymnasialdirektor zu ernennen. In dieser Eigenschaft übertrug ihm der 
Herr Minister der geistlichen etc. Angelegenheiten unterm 16. April 1884 die Direktion des Gym- 
nasiums zu Münstereifel vom 15. April ab. 

4. Zu Ehren des Scheidenden fand am 24. April im Gasthof Weinstock ein Festessen statt, zu 
dem sich einige 40 Herren vereinigt hatten, und dessen Verlauf wir im wesentlichen nach einer 
Darstellung der „Linzer Volkszeitung" schildern wollen. 

Einen Beweis, wie sehr der Scheidende es verstanden hat, während seiner 15jährigen Thätig- 
keit dahier in seinem verantwortungsvollen Amte sich die Hochachtung aller zu erwerben, darf man 
mit Recht darin erblicken , dasz unter den Teilnehmern alle Konfessionen vertreten waren. 

Den Reigen der Redner eröffnete Oberlehrer Ballas, indem er dem Gefeierten für sein ferneres 
Wohlergehen die Glück- und Segenswünsche der Anwesenden darbrachte. Nachdem hierauf der 
Redner den Scheidenden als einen Mann und als einen „Charakter" in des Wortes bester Bedautung, 
seine Pflichttreue, seine Gerechtigkeit, seine Wahrliafägkeit, sowohl in seinem Privat- als in seinem 
Amtsleben , geschildert harte, wies er noch besonders auf die Verdienste hin, welche derselbe dirch 
seine unablässigen Bemühungen für die Feststellung' des rechtlichen Charakters der Anstalt sich um 
diese erworben habe. 

Darauf richtete Herr Apotheker Mehliss, als Vater eines Schülers, vom Herzen kommende 
und zum Herzen dringende Worte an den Gefeierten und hob hervor, wie derselbe stets bemüht 
gewesen sei, nicht allein Geist und Herz der Schüler zu bilden und zu veredeln, sondern auch zu 
deren Fortkommen den Eltern mit Rat und That beizuspringen, und endigte mit einem Hoch auf 
des Scheidenden Gemahlin und Familie. — Als ehemaliger Schüler gedachte hierauf Herr Referendar 
Max Meyer in der launigsten Weise seines Lehrers, zu dem alle seine Schüler, namentlich in späte- 
ren Jahren, mit Hochachtung, besonders des stets bewiesenen Gerechtigkeitssinnes wegen, zurückdenken 
müszten. — Des Scheidenden gedachte ferner noch Herr Landrichter Düsseil als Mitglied des Ver- 
waltungsrates, Herr Rentmeister Ecker als Jugendfreund und Studiengenosse Herr Deussen, Pfarrer 
der hiesigen evangelischen Gemeinde und evangelischer Religionslehrer an der Anstalt, wies darauf 
hin, wie der Gefeierte es verstanden habe, auch die religiösen Gesinnungen und Gefühle Anders- 
gläubiger zu achten. — Tief ergriffen dankte Herr Dr. Pohl allemal für die in so überaus ehrender 
Weise ihm gezollten Beweise der Verehrung und Hochachtung und gab die Versicherung, dass er 
Linz, wo er seine besten Mannesjahre zugebracht, das ihm gleichsam zur zweiten Heimat geworden 
sei, niemals vergessen und e» in treuem Andenken bewahren werde. Die Trinksprüche erwiderte 
er mit solchen auf die Stadt Linz, auf das Emporblühen des Progymnasiums und auf die Anwesenden 
und deren Damen. 

Mögen diese Wüusche sich verwirklichen und möge die Thätigkeit des Herrn Direktors auch 
in seinem neuen erweiterten Wirkungskreise eine segensreiche sein! 



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5. Am 25. April 1S84 übergab Direktor Pohl die Bektoratsgeschäfte in einer zu diesem Zwecke 
berufenen Konferenz an den Oberlehrer Bailas, verabschiedete sich von dem Lehrer-Kollegium und 
nahm am 28. April unmittelbar nach dem Erdffnungs-Gottesdienst des neuen Schuljahres in der Aula 
in Gegenwart des Lehrer-Kollegiums durch eine Ansprache Abschied von den Schülern. 

6. Durch Verfügung des K. P.-Sch. -K. vom 22. April wurde der wissenschaftliche Hilfslehrer 
Herr Terbrüggen dem Progymnasium (zur kommissarischen Beschäftigung) überwiesen. 

7. Am 1. April schied Herr Amtsrichter Düssell infolge seiner Ernennung zum Landrichter 
bei dem Landgerichte zu Neuwied aus seiner Stellung als Mitglied des Ven^altungsrates, nachdem 
derselbe trotz der kurzen Dauer seiner Mitgliedschaft durch seine juristischen Kenntnisse und beson- 
ders durch seine eifrige Beteiligung an der Verwaltung der Anstalt die wesentlichsten Dienste ge- 
leistet hatte. Unser Dank, unser Bedauern über sein Scheiden und unsere besten Wüasche fiir sein 
Wohlergehen haben Herrn Düssell in seine neue Stellung begleitet. An seine Stelle wurde am 
27. Juni der vom Verwaltungsrate kooptierte und unterm 29. Mai von dem Königlichen Provinzial- 
Schul-KoUegium bestätigte Herr Stadtptarrer Dr. Thaniscli in sein Amt eingeführt. 

8. Das neue Schuljahr wurde am 28. April eröffnet. Ferien waren vom 1. bis 4. Juni, vom 
17. August bis 21. September, vom 23. Dezember 1884 bis 6. Januar 1885 (alles einschlieszlich). 
Auszerdem fiel der Unterricht aus am 30. Juni, am 3., 4., 15. und 17. Juli, am 11. und 14. August 
nachmittags wegen groszer Hitze, am 10. Juli den ganzen Tag wegen eines gemeinsamen Ausfluges 

(siehe Nro. 10). 

9. Um den auswärtigen Schülern die Beteiligung am Turnen und den Bewegungsspielen zu er- 
möglichen, wurde, wie im vorhergehenden Schuljahre, während des Sommers der Unterricht Montags, 
Dienstags, Donnerstags und Freitags Morgens um ^^|^ Uhr begonnen. Im Wintersemester fand das 
Turnen, blosz für die in Linz wohnenden Schüler, zweimal in der Woche von 4 — 5 Uhr in der 
Turnhalle statt. 

10. Am 7. Juli machten 57 Schüler unter Begleitung von 8 Lehrern einen gemeinschaftlichen 
Ausflug nach dem Niederwald-Denkmal. Die Hinfahrt bis Aszmannshausen wurde mittelst der Eisen- 
bahn ausgeführt, der Weg von dort über den Berg nach dem Denkmal zu Fusz zurückgelegt, die 
Kückfahrt von Rüdesheim wieder auf der Eisenbahn. 

J 11. Am 21. Juli machten die Schüler der Tertia unter Begleitung der Lehrer Ballas, Koll, Dr. 
Blachus, Dr. Deussen und Henrich, und am 29. Juli die Schüler der Sekunda unter Begleitung ihre» 
Ordinarius, Oberlehrers Ballas, einen Ausflug nach Remagen, um dort die äuszerst interessante palä- 
oijitologische Sammlung des Herrn Bergwerksdirektors a. D. Schwarze einzusehen. Herr Schwarze 
m^achte durch seine eingehenden Mitteilungen über den Inhalt der Sammlung den Besuch in hohem 
Gr\ide lehrreich, so dasz wir an dieser Stelle mit Vergnügen die Gelegenheit ergreifen, ihm unsem 
herzlichen Dank auszusprechen. 

12. Es waren genötigt, den Unterricht auszusetzen: 

Herr Dr. Deussen am 4. Oktober wegen eines Begräbnisses, Oberlehrer Ballas am 6., 7., 8. Ok- 
tober, um an diesen Tagen der rheinischen Direktoren-Konferenz in Bonn beizuwohnen, ferner am 
10. Xovember wegen Familien - Angelegenheiten ; Herr Dr. Bachus vom 10. bis zum 15. Oktober 
einschl. und vom 28. bis zum 31. Oktober einschl., ebenso Herr Henrich am 10. und 11. November 
und vom 28. bis zum 30. November einschl., jeder wegen schworer Erkrankung bezw. Todesfalles 
in seiner Familie. Auszerdem muszte wegen Unwohlseins Herr Dr. Bachus am 28. und 29. Januar 
und H^T Henrich am 15. August und am 24. März den Unterricht aussetzen. 



25 

13. Die engere Konfereni für Tumwesen und Bewegungsspiele bestand in diesem Jahre aiu 
dem Oberlehrer Ballas als Vorsitzendea, Turnlehrer Henrich und Lehrer Koll. 

14. Der allerhöchste Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde am 22. MSn 
nach vorausgegangenem Festzug und Festgottesdienst vormittags von 11 Uhr ab in der Aula des 
Progymnasiums öffentlich mit Gesang, Deklamation und Festrede begangen. Letztere, von Oberlehrer 
Ballas gehalten, behandelt das Thema: Aus dem Leben unseres Kaisers. 



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IV. Statistische Mitteilangen. 

A. Frequenztabelle für das Schuljahr 1884/85. 



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1. Bestand am I.Februar 1884 

2. Abgang bis zum Schlüsse des Schuljahres 1883/84 

3. a) Zugang durch Versetzung zu Ostern . . 
b) Zugang durch Aufnahme zu Ostern . . 

4. Frequenz am Anfange des Schuljahres 1884/85 

5. Zugang im Sommersemester 

6. Abgang im Sommersemester 

7. a) Zugang durch Versetzung im Herbste . 
^) 1. », Aufnahme „ „ 

8. Frequenz im Anfang des Wintersemesters . 

9. Zugang im Wintersemester 

10. Abgang im Wintersemester 

11. Frequenz am 1. Februar 1885 

12. Durchschnittsalter am 1. Februar 1885 



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15 
3 

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2 
13 



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14 



14 
14,7 



1 
14 



14 
12,9 



11 
1 

17 
17 

1 

2 

18 
2 
1 

19 
11,3 



Sa. 



67 
17 
39 
23 
73 



4 

69 
2 
1 
70 



B. Religions- und Heimatsverhältnisse der Schüler. 



1. Am Anfang des Soimnersemesters 

2. Am Anfang des Wintersemesters 

3. Am 1. Februar 1885 . . . . 



Kathol. 



58 
53 
54 



Evangel. 



6 

7 
7 



Dissid. 



Juden Einheim. 



9 
9 
9 



33 
31 
31 



Auswärt 



Ausländ. 



40 
38 
39 



Das Zeugnis für den einjährigen Militärdienst haben erhalteu Ostern 1884: 4 Schüler, im Som- 
mer 1, im Herbst 1, davon sind zu emem praktischen Beruf abgegangen Ostern 1, im Sommer 1 
im Herbst keiner. ' 



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27 



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1 






C. Schüler-Verzeichnis. 

Bemerkung: Die ohne Angabe des Wohnortes der Eltern aufgeführten Schüler gehören der 
Stadtgemeinde Lina an; die mit * bezeichneten sind im Laufe des Schuljahres ausgetreten. 



Obersekunda. 

1. • Brem Friedrich, "Westum. 

2. * Lorecheid Josef, Notseheid. 

Untersekunda. 

1. Fendel Karl, Kripp. 

2. Konig Jakob. 

3. Landgraf August, Remagen. 

4. Lehr Gustar, Stern. 

5. Lemer Ferdinand. 

6. Leyy Louis 

7. • MeUheimer Theodor. 

8. • Roffers Viktor, Düsseldorf. 

9. WaUach Phüipp. 
10. Wiegand Peter. 

11« Zimmermann Daniel, Siniig. 

Obertertia. 

1. Leidecker Arnold, Remagen. 

2. Lorscheid Josef, Biihlingen. 
S. Melsheimer Leopold. 

4, Ploog Josef, Remagen. 

5. Rohl, Christian, Remagen, 

Untertertia. 

1. Bungarten Johann, Glockscheid. 

2. * Depenheuer Heinrich, Remagen. 

3. * Engels Otto, Casbach. 

4. MehlisB Fugen. 

5. Meyer Alfred. 

6. Reuffel Karl. 



7. Rosch Franz, Henningen a. Rh. 

8. Sanner Karl, Ransbach. 

9. Schneider Joh. Bapt, Remagen« 

10. Schneider Peter, Remagen. 

11. Schröder ^'ilhelm, 

Ouarta. 

1. Alfter Andreas, Linzhausen. 

2. Alfter Peter, Linzhausen. 

3. Blüm Wilhelm. 

4. Dickopf Josef, Peterslahr. 

5. Godtner Anton, Asbach. 

6. Gülden Heinrich, Hönningen a. Rh. 

7. Knopp Karl, Casbach. 

8. Konzen Johann, Leubsdorf, 

9. Mindnich Anton, Ockenfels. 

10. Niedere Wilhelm. 

11. Schopp Jakob, Erpel. 

12. Schwamborn Eduard. 

13. 'Trapp Heinrich. 

14. Wiegand Johannes. 

15. Zimmermann Wilhelm, Hausen. 

Quinta. 

1. Coln Franz. 

2. Dolflf, Konrad. 

3* Hirsch Karl, Sinzig. 

4. Lehr Philipp, Stern, 

5. Ley Anton, Ariendorf. 

6. Maruhn Albert. 

7. Meyer Abrahanu 



8. Mühlenbein Leonhard, Rheinbreitbach. 

9. Pies Ludwig, Langenlonsheim« 

10. Sax Peter, Kripp. 

11. Schulte, Heinrich. 

12. Schwarz Bernhard, Kripp. 

13. Simon Sally. 

14. Zimmermann Philipp. 

Sexta. 

1. Baldus Robert, Wallmerod. 

2. Breuer Christian Josef. 

3. Brcmig Julius. 

4. • O'Brien Theodor, Remagen. 

5. Broicher Adolf, Sinzig. 

6. Broicher Wilhelm, Sinzig. 

7. CSnzler Franz, Sinzig. 

8. * Depenheuer Friedrich, Remagen. 

9. Dillmann Peter, Hönningeu a.Rh. 

10. Hattingen Gustav, Sinzig. 

11. Jacobs Adolf. 

12. Mandel Josef. 

13. Meyer Albert. 

14. Meyer, Heinrich. 

15. Ott August, Leidenbom. 

16. Schwarz Anton, Kripp. 

17. Suhngen Karl, Remagen. 

18. Venn Rudolf, ünkeU 

19. Weinstock Ludwig, HonneC 

20. Weinstock Richard, Honnef. 

2 1 . Ziisener Karl Theod. Schioss Ahrcnfels. 



Also Gesamt-Frequenz im Schuljahre 79, Frequenz am Schlüsse des Schuljahres 70 Schüler. 



T. ISammlans^eii von liehrmitteln. 

Aus den etatsmäszigen Mitteln wurden angeschafft: 

a. Für die Lehrerbibliothek: Ais Fortsetzungen: Berliner Zeitschrift für das Gymnasialwesen, 
Paderborner Zeitschrift Gymnasium, Centralblatt für die gesammte Unterrichts- Verwaltung in Preuszen, 
Grimms deutsches Wörterbuch, Literarischer Handweiser. 

Ferner: Mommsen, römische Geschichte. Berlin 1881—82. 3 Bde. — Curtius, griechische 
Geschichte. Berlin 1878—79. 3 Bde. — Sommer, Hand- und Hülfsbuch für den Unterricht im 
deutschen Aufsatze. Köln 1881. — Flavius Josephus* jüdische Alterthümer. Übersetzt von Dr. Kaulen. 
Köln. — Die Römerkriege aus Plutarch, Cäsar, Velleius etc. Übersetzt von J. Horkel. 1. und 2. 

Abteilung. — Duncker, Geschichte des Alterthums. Neue Folge. 1. Bd. Leipzig 1884. 

A. V. Cohausen, der römische Grenzwall in Deutschland. Wiesbaden 1884. — A. v. Humboldt» 
Kosmos. Stuttgart und Tübingen. 1845—62. 5 Bde. — Statistische Mittheilungen über das höhere 
ünterrichtswesen im Königreich Preuszen. 1. Heft. 1884. — Statistisches Jahrbuch der höheren 
Schulen Deutschlands, Luxemburgs und der Schweiz. 4. Jahrgang. Leipzig 1883. — Welter, Lehr- 



buch der Weltgeschichte. 2. Teil. Münster 1883. - Verhandlungen der Direktoren-Versammlung- 
in Freien l. und 15. Band. - Kambly, die Elementar-Mathematik für den Schulunterncht b 
«beitet. 3. Teü. Trigonometrie. Breslau 1883. - Giesebrecht Geschichte der deutschen K.se 
zeit 3 Bd 1. und 2. Abteilung. - Leimbach, ausgewählte deutsche Dichtungen erläutert 4. Te 
1 Abteilung. - Ziller, allgemeine Pädagogik. 2. Aufl. Leipzig 1884 - Stoy, Encyklopa^ 
Methodologie und Literatur der Pädagogik. 2. Aufl. Leipzig 1878. - Ackermann, Padagog.s<^ 
Fragen Sresden 1884. - Bartels, die Bedeutung Herbarts für die Pädagogik als Wissensch. 

Breklum 1883. , ^ ^ t, w c „ 

b Für die Schülerbibliothek : Salesius, Licht- und Schattenseiten des Lebens. Pustet, Kege ■ 
1^ burs 1872. iTanhoe, historischer Roman von Walter Scott, für die Jugend deutsch bearbeitet ^ 
Heinrich Keiter. Schöningh, Paderborn 1883. Kart Rolfus, die Uhrenmacherfamüie aus dem Schwa 
walde. Kupferberg, Mainz. Paul Hermann, Josef unter Deutschlands Fahnen. Kupferberg, Mau 
Josef Forscht, Christoph Kolumbus oder: Die Entdeckung von Amerika. Manz, Regensburg l& 
Wannenmacher, Bamba Zamba. Daselbst 1871. ... , . - • 

c Für iL physikalische Kabinet: Aus den für das Schuljahr 1883/84 bestimmten etatsmaszi: 
Mitteln wurde ein Glasschrank angeschafft. Im Schuljahre wurden beschafft: Ein Blasenspre. 
Apparat (zur Luftpumpe), ein Pulshammer, ein Psychrometer nach August, em Hygrometer v 
DanieU, ein Thermo(metro)graph, ein Kryophor, ein Gefrier-Apparat. 

d Für Turngeräte wurden aus Ersparnissen 375 Mk. zu folgenden Anschaffungen 
wendet- Ein Ballkorb mit Ball, ein Fuszball, sechs Handbälle, ein Bock mit Sturmbrett^ ein grösze 
Id ein kleinerer Barren, 9 Paar Handeln 4 23/, Kg. und 9 Paar 4 3 Kg., eine Reckstange, 

Stück Turnstäbe. 

An Geschenken wurden zugewendet: 

a Der Lehrerbibliothek: 1. Von Herrn Dr. Joseph Pohl, bis Ostern 1884 Rektor des I 
u • oninnm Aho-an^e als Gvmnasial-Direktor in Münstereifel : a. Pohl, Jos., Lectio 
EZi' e~ 'reLt pllogica. ^Euskirchenae 1860. Nebst Theses con.o. 
u yUa 2 Exemplare, b. Pohl, Jos., Vorbemerkungen und Beiträge zu einer latemischen Orthographi 
c Tenographischer Bericht über die Verhandlungen der deutschen konstuirenden National.ersa^. 
l P ankfurt am Main 1848 und 1849. 9 Bde. d. Verhandlungen der Versammlung zur Vereinbar^ 
der preu SchTn StTa sverfassung. Berlin 1848 und 1849. 3 Bde. e. Stenographische Berichte u 
t Verband ungen der durch das Allerhöchste Patent vom 5. Dezember 1848 einberufenen Kamnr 
trlTn islg 2 Tde. f. Weisz, Lehrbuch der Weltgeschichte. 1. Bd. Wien 1859. g. Martin Gerb. 
^ ! r. .fn i7«q h M Gerbert, de dierum festorum numero mmuendo etc. IV 

f rLtin notionTad twersr Is canonicum. 1757. 1^- feinhausen L H.,LiUenv 
Rosen Derselbe, Sehnsucht und Stilleleben, m. Derselbe, Lustwäldchen für .he Jugend. 2 V 

dP„ Ver^^ssem- a Herrn Gymnasialdirektor Dr. Franz Kern in Berhn: Grundnsz der deutsd 
den \erfassern. a^ ne y p^^^i^^^j Hüttemann in Stra.zburg: Grammatik der gru 

Satzlehre. B«hn 1884^ bjer™ Dr. ^ ^^^^^ ^^^^^^^^^^ ^^^^ ^ ^^^ ^^^ ^^ 

vC- «.Bde^er in Serfeld: Schlrig, LiLrstrausz 1884. b^CoPpenra* in Münste. Sehe, 
Materialien für den Unterricht im theoretischen und praktischen Rechnen. L Teil 1884. c. Ei 
S Berl n BonneUs lateinische Übungsstücke. Neu bearbeitet durch F. Geyer und W. Mewes. L 1 
m! -Geye; und Mewes, Übungsbuch zum übersetzen aus dem Deutschen ms Lateinische 
Jie unteren Klassen. 1884. 1 Bonneils lateinisches Vokabularium. Neu bearbeitet durch Geyer 



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3" 



28 

ewes. 1885. d. G. Freytag in Leipzig: Cornelii Nepotis ritae ed G. Andresen. — Cornelii Nep. 

tae rec. A. Weidner — C. Julii Caesaris commentarii de b. Gall. Ed. J. Prammer. — Prammer, 

chulwörterbuch zu Caesars commentarii de b. Gall. — M. Tullii Ciceronis orationes selectae. Ed. 

. Nohl. Vol. I und IL — M. Tullii Ciceronis Cato maior de senectute. Laelius de amicitia. 

1. Th. Schiebe. — Q. Horati Flacci carmina. Ed. M. Petschenig. — T. Livi ab urbe 

üdita libri. Ed. Ant. Zingerle. Pars III und IV. — P. Ovidi Nasonis Fasti, Tristia, Ibis, 

-. Pento, Halieutica, fragmenta. Ed. 0. Güthling. — P. Ovidi Nasonis Fasti. Ed. 0. Güth- 

— P. Ovidi Nasonis cannina in exilio composita. Rec. 0. Güthling. — P. Ovidi 

sonis carmina selecta. Ed. H. St. Sedlmayer. — Jurenka, Schulwörterbuch zu Sedlmayers 

Ovidi Nasonis carmina selecta. — C. Sallusti Crispi bellum Catilinae, bellum lugurthinum etc. 

.. A. Scheindler. — C. Sallusti Crispi bellum Catilinae. Ed. A. Scheindler. — C. Sallusti Crispi 

llum lugurthinum. Ed. A. Scheindler. — Cornelii Taciti opera quae supersunt. Rec. I. Müller 

^1. L — Piatonis Apologia et Crito. Ed. Jos. Kral. — Sophoclis tragoediae. Ed. Fr. Schubert. 

Stücke : Antigone. Oedipus rex. Electra. Philoctetes. — Curtius, Griechische Schulgrammatik. 

Aufl. — Gerth, Kurzgefaszte griechische Schulgrammatik. 2 Exemplare. — Schenkl, Griechisches 

jmentarbuch. 12. Aufl. — Schenkl, Übungsbuch zum Übersetzen aus dem Deutschen und Lateinischen 

^ Griechische. 5. Aufl. — Hensell, griechisches Verbal- Verzeichnis. — e. C. Habel in Berlin: 

ittenrott, Übungsbuch für den ersten Unterricht in der lateinischen Sprache. 8. Aufl. 1884. — 

tenrott, Übungsbuch zum Ll)ersetzen aus dem Deutschen 'ins Lateinische etc. für Quinta. 

Aufl. 1884. Hottenrott, Übungsbuch zum Übersetzen aus dem Deutschen ins Lateinische für 

-arta. 7. Aufl. 1884. — Wolff, Lehrbuch der neueren Geschichte. 1880. — Wolf, Übersicht der 

erländischen Geschirhte. 1884. — Wolf, Tabellen zur allgemeinen Geschichte. 1884. f. Höckner 

Dresden: Niemeyer, Abrisz der deutschen Metrik und Poetik. 1883. g. Laupp in Tübingen: 

ider, Anthologie aus römischen Dichtern. 1884. h. Parey in Berlin: Wilmanns deutsche Schul- 

mmatik. 6. umgearbeitete Aufl. Erster Teil. 1885. i. Scheinert in Danzig: Hirsch, Geschichts- 

^llen. 1884. k. Strausz in Bonn: E. zur Nieden, Aufgabensammlung für den geometrisch-propä- 

ischen Unterricht in der Quinta. 1884. 1. Velhagen & Klasing in Bielefeld und Leipzig: Baenitz 

Kopka, Lehrbuch der Geographie. 1884. m. Waisenhaus-Buchhandlung in Halle a. S.: Hennings, 

nentarbuch zu der lateinischen Grammatik von EUendt-Seyifert. 4. Abteilung, n. Winter fin 

jidelberg: Dittmar- Volters historischer Atlas. 8. Aufl. Erste Abteilung. Atlas der alten Welt in 

larten. o. Von L. Schwann in Düsseldorf : Dr. M. Scheins, Lateinische Formenlehre für Quinta. — 

^on Oberlehrer Bailas : Empfangsbuch des ehemaligen Klosters zum heil. Vincenz in Köln. Manuscript. 

b. Der Schülerbibliothek: 1) Von Herrn Direktor Dr. Pohl: Lilien und Rosen. Gedichte von 

h. Friedrich Steinhausen; Lustwäldchen für die Jugend, von demselben. 2) Vom Oberlehrer 

llas : Heinrich Reiser, Scenen und Bilder aus den Befreiungskriegen des deutschen Volkes. 3) Von 

- Verlagshandlung Lampart & Comp, in Augsburg: Griechische Götter- und Heldengeschichten. 

ir die Jugend erzählt von C. Witt. 

c.) Von der Buchhandlung Ernst Heitmann in Leipzig ein Wandkartenbild, „Das National- 
ikmal auf dem Niederwald^. 

d) Der bibliotheca pauperum : Von dem Untersekundaner Viktor Roffers : Xenoph. Cyrop. Rec. 
praef. eit L. Dindorfius; Hom. Od. ed. G. Dindorf; Herod. bist, libri IX. Cur. Henr. Rud. 
5t8ch; Boehme, Aufgaben zum Übersetsen ins Griechische; Hemmeriing, Übungsbuch zum ÜT)er- 
»n aus dem Deutschen ins Lateinische. Erster Teil. (IL) ; Titi Livii a. u. c. lib. It. recogn. Wilh. 



29 




Weissenbom. Pars I, 1. I— VI; P. Vergili Mar. Opera. Rec. 0. Ribbeck; P. Vergiü Mar. Ae. 

Rec. O. Ribbek. 

e) Der Münzsammlung: 1) Der Untertertianer Wilh. 8chröder schenkte: Ein chursächsisches 
W Thalerstück aus 1764. 2) Der Untertertianer F. B. Schneider schenkte: Ein amerikanisches 
Centstück (One cent). 3) Aus dem Klingelbeutel der Progymnasialkirche erhielten wir: Ein italienisches 
10 Centisimi-Stück aus 1866. 4) Herr Franz Umbach hier schenkte eine französische Spottmünze 
auf Napoleon III. und ein churpfälzisches Zweikreuzerstück aus 1737. 5) Die Präge-Anstalt von 
Sedlatzeck in Breslau schenkte eine zur Erinnerung an das Kaisermanöver von 1884 geprägte 
Medaille. 6) N. N. schenkte eine (Denk ?) Münze mit dem Bildnis von Georg HL und der Jahreszahl lf90. 



/ -ji 
/ 




Tl. !Stiftangen und llBtcrstatzungeii von Schülern. 

1) Von der Zahlung des Schulgeldes waren innerhalb der vorgeschriebenen Grenzen einige 
Schüler wegen Würdigkeit und Dürftigkeit zur Hälfte befreit. 

2) Die Zinsen der Forstmann'schen Stiftung wurden statutenmäszig verwendet. 



TU. Mitteilungen an die iSeliüler und deren Eltern. 

I) öffentliche Prüfung und Schluszfeier. 
Dieselbe findet Dienstag, den 31. März, in folgender Ordnung statt: 

a) Morgens um 71/2 Uhr Schulgottesdienst. 

b) Von 8 1/4 bis I2V4 Uhr in der Aula öffentliche Prüfung je 3/g Stunde in den betreffenden 
Fächern in nachstehender Reihenfolge : Sexta: Latein, Rechnen ; Quinta: Latein, Französisch; Quarta: 
Geschichte, Deutsch ; Untertertia : Griechisch ; Tertia : Mathematik ; Sekunda : Homer, Religion. 

c) Um 3 Uhr nachmittags Schluszakt in der Aula. Unmittelbar darauf werden in den Klassen- 
aimmern die Versetzungen bekannt gemacht, die Zeugnisse ausgeteilt und die Schüler in die Ferien 

entlassen. 

2j Beginn des neuen Schuljahres, Aufnahmeprüfungen. 

Das neue Schuljahr wird Montag, den 20. April, morgens 71/2 Uhr mit einem Hochamte er- 
5f&iet. Samstag, den 18. April, morgens von 8V4 Uhr ab, werden die nötigen Aufnahmeprüfungen 
stattfinden. — Die Vornahme der Aufnahmeprüfung ist an die Beibringung folgender Papiere geknüpft : 
l) eines ordnungsmäszigen Abgangszeugnisses von der zuletzt besuchten Schulanstalt, 2) eines ärzt- 
ichen Attestes über die erste Schutzpockenimpfung und bei zurückgelegtem zwölften Lebensjahre 
auszerdem noch eines Attestes über die geschehene Wiederimpfung, 3) eines amtlichen Geburtszeug- 
nistes, welches das vollendete neunte Jahr nachweist. 

Für die Aufnahme in die unterste Klasse (Sexta) wird mindestens gefordert: Geläufigkeu im 
Lesen deutscher und lateinischer Druckschrift, leserliche und reinüche Handschrift, Fertigkeit, 
Diktiertes ohne grobe Fehler nachzuschreiben; Sicherheit in den vier Grundrechnungen mit ganzen 
Zahlen ; Bekanntschaft mit den Geschichten des Alten und des Neuen Testamentes und (bei evangelischen 
Schülern) mit den wichtigsten Bibelsprüchen und einigen Liedern. 

Linz a. Rh., den 24. März 1885. 

Oberlehrer BdlldSf Rektorats-Verweser. 



Druckfehler: Seite 16 Zeile 1 iit stmtt «während der Schukeit* zu lesen „während des Schuljahres». 



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